Der russische Weihnachtsmann

"Presse"-Glosse vom 22.12.2004, von Christian Ultsch

Wien (OTS) - Der russische Weihnachtsmann trägt keinen weißen Bart, sondern eine Krawatte. Er heißt Wladimir Putin, wohnhaft im Kreml. Und wenn er nach Deutschland kommt, verteilt er besonders schöne Geschenke. Denn in Deutschland gibt es jemanden, der offenbar wirklich glaubt, dass er der Weihnachtsmann ist, den Schröder Gerhard aus dem deutschen Bundeskanzleramt.
Ein "großes Weihnachtsgeschenk" hatte Putin diesmal angekündigt. Am Dienstag überreichte er es: Russland werde seine Auslandschulden früher tilgen, kündigte er an. So schön eingepackt war das Geschenk, dass die Freudestränen den Blick trübten. Denn Russland verlangt natürlich einen Rabatt, wenn es seine Schulden früher zurückzahlt. Egal: Schröder war zufrieden, dass sich Putin für einen deutschen Sitz im UN-Sicherheitsrat aussprach, einen Friedensplan für Tschetschenien als erwägenswert bezeichnete (wer's glaubt...) und 60 ICE-Züge von Siemens bestellte. Es zahlt sich aus, wenn man dem russischen Weihnachtsmann um den Bart streicht.

Rückfragen & Kontakt:

Die Presse
Chef v. Dienst
Tel.: (01) 514 14-445
chefvomdienst@diepresse.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PPR0001