Österreichische Beratungs- und IT-Branche bietet der Regierung Zusammenarbeit an

Fachverband UBIT-Obmann Bock: "Einhaltung vereinbarter Regeln hilft Flops und Missbräuche zu verhindern" - Fordert in Sachen "Beratung" und "Berater" differenzierte Betrachtung ein

Wien (PWK 946) - "In der derzeitigen öffentlichen Diskussion rund um die Inanspruchnahme von Beratungsdienstleistungen durch die österreichische Bundesregierung wird leider auch vom sonst so gewissenhaften Rechnungshof nicht durchgehend unterschieden, um welche Art von Beraterinnen und Beratern es sich in den einzelnen Fällen handelt, ob der Berater eine einschlägige Berechtigung besitzt oder ob er/sie die notwendige Qualifikation aufweist", beklagt Friedrich Bock, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie (kurz UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich. Der Fachverband UBIT als gesetzliche Interessenvertretung der heimischen Unternehmensberater und IT-Dienstleister weist ausdrücklich darauf hin, dass auch im öffentlichen Bereich die Beschäftigung von externen Personen oder Firmen, die nicht über eine UBIT-Gewerbeberechtigung verfügen, in den Feldern der Unternehmensberatung und IT-Dienstleistung ungesetzlich ist.

Erfolgreiche Beratung und Dienstleistung könne nur durch vereinbarte Regeln und korrekte Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer erzielt werden. Solange die öffentliche Hand in manchen Fällen diese Grundregeln nicht beachtet, darf ein Berufsstand nicht undifferenziert und verallgemeinernd dafür verantwortlich gemacht werden. Der Fachverband UBIT bietet jedenfalls der Bundesregierung und den Gebietskörperschaften nochmals an, gemeinsame Regeln für den Einsatz von Beratern zu erarbeiten.

Gerade in der öffentlichen Verwaltung könnten, so Bock, neben der Einhaltung vereinbarter Regeln durch beide Seiten folgende Dinge helfen, zu besseren Ergebnissen zu kommen:
* die Beachtung der Qualifikationen von Beratern
* klare, transparente Ausschreibungen und Zielvorgaben
* eine sinnvolle Trennung von Beratung und Kontrolle sowie
* eine bessere Einbeziehung erfahrener Beamter zusammen mit den externen Beratern durch die politisch Verantwortlichen

"Darüber hinaus bieten die freiwilligen Standesregeln von Unternehmensberatern und IT-Dienstleistern sowie Qualitätsnachweise -wie beispielsweise ‚Certified Management Consultant', kurz CMC oder ‚Certified Information Technology Expert (CITC)' - Interessenten und Kunden von Unternehmensberatern bzw. IT-Dienstleistern Sicherheit für Art, Umfang und Qualität der Leistungserbringung", ergänzt Gerd Prechtl, Obmann der Berufsgruppe Unternehmensberater im Fachverband UBIT. Und er verweist weiters besonders auf das gemeinsam mit der WKÖ unter Vorsitz von Ludwig Adamovich, dem ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes, eingerichtete Komitee proEthik, "das mit seinen Satzungen wesentlich zur einer korrekten und Nutzen stiftenden Leistungserbringung der Beraterbranche beiträgt."

Bock fordert in Sachen "Beratung" und "Berater" generell eine differenzierte Betrachtungsweise ein, denn: "In Österreich ist die Bezeichnung ‚Berater/-in' keine geschützte Berufsbezeichnung. Folglich darf sich jede/-r ‚Berater' oder ‚Consultant' nennen, ohne dafür Qualifikationen nachweisen zu müssen." Eine undifferenzierte Betrachtungsweise - durch Parlamentarier, aber auch durch Medien -ergebe ein Bild, das die Realität des Beratungsmarktes in Österreich substantiell verzerre. Das Ergebnis sei eine unnötige Verunsicherung der Kunden und eine an Geschäftsstörung grenzende Beeinträchtigung der Erwerbschancen einer ganzen Branche. (JR)

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