Conservation Department restauriert bedeutende buddhistische Tempelanlage in Nordindien

Wien (OTS) - Mit schweren Kisten, voll gepackt mit dem Allernötigsten und wichtigem Equipment, rollen die Jeeps des Conservation Departments über unwegsame Wege in die Berge des Westhimalayas.

Ihr Ziel ist das kleine Dorf Nako auf 3600 Meter Höhe im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh. In dieser völlig abgelegenen Gebirgslandschaft befindet sich ein beeindruckender buddhistischer Tempelkomplex, mit bedeutenden Kunstschätzen. Bereits im 11. Jahrhundert haben buddhistische Mönche die ersten Gebäude errichtet. Bis ins 17. Jahrhundert wurden die Anlagen erweitert und noch immer werden sie für den Kult genutzt.

Jetzt ist es ein junges Team vom Conservation Department der Universität für angewandte Kunst, das sich unter der Leitung von Prof. Gabriela Krist und Prof. Ernst Bacher um konservatorische Notmaßnahmen zur weiteren Erhaltung der einzigartigen Tempelanlagen bemüht.

Die Aufgabenstellung ist klar. Nicht nur die kostbaren Wand- und Decken-malereien stehen im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit, sondern auch die polychromen Skulpturen, Reliefs und die Gebäudestrukturen. Über Jahrhunderte von der Außenwelt abgeschirmt haben die Tempel durch Erdbeben, extreme Witterung, Schnee und Regeneinbrüche schwere Schäden erlitten. Die wenigen Menschen, die in dieser einsamen Region leben, können diese Schäden nicht mehr beheben.

Während zweier Expeditionen haben die Restauratoren und Studenten Unter-suchungen zum Erhaltungszustand der Tempelanlage durchgeführt, um die bestmögliche Konservierung für die Kunstschätze entwickeln zu können.

Die atemberaubenden Darstellungen sind kostbare Zeugnisse der monumentalen hochmittelalterlichen Bildkunst dieser Region. Die buddhistischen Künstler haben tibetische und indische Formensprache auf wunderbare Weise miteinander verwoben.

Trotz der Schäden haben die großteils auf das 12. Jhdt. zurückgehenden Mandala-Darstellungen mit den geheimnisvollen Gottheiten nichts von ihrer Faszination verloren.

Die Erarbeitung eines Masterplans für dringende konservatorische Notmaßnahmen an den vier Tempeln in Nako hat für Prof. Gabriela Krist vom Conservation Department absolute Priorität.

Die aktuelle Aufmerksamkeit des Restauratorenteams gilt den dringend zu sanierenden Dachkonstruktionen. Die historischen Dächer am Tempelkomplex wurden mit jahrhundertealten Erfahrungswerten gebaut, die aber im Laufe der Zeit wieder verloren gingen. Mit wissenschaftlichen Untersuchungen der Schichtfolgen aus Lehmziegeln, Holz und organischen Materialien des Daches am Lhakang Gongma wird derzeit ein Sanierungskonzept entwickelt. Bereits im Mai 2005 soll ein Dach mit den geeigneten Werkstoffen wiederhergestellt sein und die Skulpturen und Malereien vor weiteren Verfall schützen.

Das Institut für (außereuropäische) Kunstgeschichte der Universität Wien, betreut, unter der Leitung von Univ.-Prof. Deborah Klimburg-Salter, das Forschungsprojekt des Wissenschaftsfonds: "The Cultural History of the Western Himalaya" darin integriert ist das Nako Rechearch and Preservation Projekt (NRPP) an dem nun das Conservation Department mitwirkt.

In Zusammenarbeit mit indischen Projektpartnern bemüht sich das Restauratorenteam um Prof. Krist, die wichtigsten Aufgabenstellungen für den weiteren Erhalt der kostbaren Tempelanlagen in Nako zu analysieren und vorzubereiten. Im Frühjahr 2005 wird sich wieder eine Gruppe mit schwer bepackten Jeeps auf den Weg machen zu den Tempeln von Nako, die zu den 100 am meisten gefährdeten Denkmälern von Weltbedeutung zählen.

Für nähere Informationen zum Nako Rechearch and Preservation Projekt und der Arbeitskampagne des Conservation Departments/Ordinariat für Konservierung und Restaurierung, stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Margret Mendez
Ordinariat für Konservierung und Restaurierung
Öffentlichkeitsarbeit / Conservation Department
Salzgrieß 14/3/4/5, 1013 Wien
Tel: 0664 4055 168
Mendez.uni-ak.pr@chello.at
Homepage: www.dieangewandte.at/Restaurierung

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