Weihnachtsgeschäft - Lemler: "Christkind liegt gut im Rennen"

Bisheriger Umsatz kalenderbereinigt nominell + 1 Prozent -Drogerien/Parfümerien, Sportartikel-, Möbelhandel führen Branchenranking an - Bargeld, Gutscheine als Geschenke immer beliebter

Wien (PWK945) - "Das Christkind liegt bis jetzt gut im Rennen -
nun muss es nur das Tempo beibehalten", kommentiert Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), das Geschäft mit Weihnachtsgeschenken im heimischen Einzelhandel bis einschließlich 18. Dezember. Bis zu inklusive diesem vierten Adventsamstag liegt das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel zwar um 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. "Allerdings standen gegenüber 2003 zwei Einkauftage weniger zur Verfügung", gibt Peter Voithofer, der stellvertretende Direktor des Institutes KMU Forschung Austria (KMUFA), zu bedenken. Eine Kalenderbereinigung für das gesamte bisherige Weihnachtsgeschäft bringt eine Verbesserung um 6 Prozentpunkte, d. h., der Umsatz liegt um 1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Das geht aus der aktuellen Trendumfrage der KMU Forschung Austria bei mehr als 300 Einzelhandelsgeschäften aus ganz Österreich hervor.
"Insgesamt", so Handelsobmann Lemler, "erfolgen die Weihnachtseinkäufe immer kurzfristiger." So hat eine von der KMU FORSCHUNG AUSTRIA beauftragte Konsument/-innen-Umfrage im November ergeben, dass der Anteil der Österreicherinnen und Österreicher, die erst in der zweiten Dezemberhälfte mit dem Weihnachtsgeschenke-Einkauf beginnen, von 14 Prozent im Vorjahr auf 19 Prozent gestiegen ist. Fast ein Drittel der Befragten gab an, den Großteil der Präsente erst in der zweiten Dezemberhälfte besorgen zu wollen; 2003 traf dies nur auf knapp ein Viertel zu. Weiters kaufen Männer Weihnachtsgeschenke tendenziell später als Frauen. Unter 30jährige Österreicher/-innen sind in der Gruppe der so genannten "Late Buyer" überdurchschnittlich stark vertreten. Vor diesem Hintergrund hat die laufende Woche für das Weihnachtsgeschäft 2004 eine große Bedeutung.

Zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken, für die die Österreicherinnen und Österreichern laut Untersuchung der KMUFA über 15 Jahren durchschnittlich 335 Euro pro Person ausgeben wollen, gehören heuer Bekleidung und Bücher. Gutscheine liegen in der Top 10-Beliebtheitsskala heuer an dritter Stelle. Bargeld rangiert nach den Spielwaren gemeinsam mit Selbstgemachtem an fünfter Stelle (nach Platz 7 im Jahr 2003).

Im Branchenranking liegen nach kalendermäßiger Bereinigung die Parfümerien und Drogerien ebenso wie der Sportartikel- sowie der Möbeleinzelhandel über dem Umsatzniveau des Vorjahres. Am schwächsten verlief die Entwicklung bisher für einige Branchen, für die das Weihnachtsgeschäft traditionell von großer Bedeutung ist: Betroffen davon sind vor allem der Spielwaren- sowie der Uhren- und Schmuckeinzelhandel.

"Insgesamt sinkt die Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts im Einzelhandel aber", führt Voithofer aus: Zwar präsentiert sich das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel - nominell betrachtet - im langfristigen Vergleich relativ stabil: Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre wurden jährlich rund 1,4 Milliarden Euro umgesetzt. Relativ betrachtet, d.h. im Vergleich zum Einzelhandelsvolumen insgesamt, sinkt seine Bedeutung jedoch: 2003 lag dessen Anteil am stationären Einzelhandel bei rund 3,4 Prozent.

Ungebrochen ist jedoch die volkswirtschaftliche Relevanz des heimischen Handels: Er ist mit 50 Prozent, also der Hälfte des Mehrwertsteuer-Gesamtaufkommens - das sind 7 Prozent der gesamten Staatseinnahmen, der größte Mehrwertsteuer-Zahler. Ein Drittel der österreichischen Unternehmer sind im Handel tätig. Ein Viertel aller in Österreich unselbstständig Beschäftigten - rund 500.000 Menschen finden im Handel Beschäftigung. Der Handel erwirtschaftet ein Fünftel des gesamten rot-weiß-roten Bruttoinlandsproduktes (BIP). Und:
Gemessen an der Zahl der ausgebildeten Lehrlinge liegt der Handel unmittelbar nach dem Gewerbe auf Platz 2. (JR)

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