WWTF-Stiftungsprofessuren: Zwei Bioinformatiker nach Wien

Wien (OTS) - Zwei Bioinformatiker von internationalem Ruf konnten für Wien gewonnen werden: David Kreil, gebürtiger Österreicher, der derzeit in Cambridge lehrt und Arndt Peter von Haeseler, derzeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Das gab Bürgermeister Michael Häupl in seinem Pressegespräch am Dienstag gemeinsam mit Michael Stampfer vom WWTF bekannt. Häupl betonte, dass damit ein weiterer wichtiger Schritt für den Standort Wien im Life Sciences-Bereich gesetzt werde.

Der WWTF-Vorstand beschloss in seiner Sitzung am 16. Dezember 2004, die Wiener Life Sciences mit zwei Bioinformatik-Arbeitsgruppen massiv zu stärken und vergab dafür in Summe 3 Mio. Euro an Förderungen. Mit dieser Verdopplung der ursprünglich ausgeschriebenen Fördersumme von 1,5 Mio. Euro werden insgesamt 7,5 Mio. Euro an Investitionen bewirkt. Mit den beiden exzellenten Forschern, die nach Wien geholt werden, wird eine oftmals thematisierte Lücke am Forschungsstandort geschlossen.****

Am "Life Sciences"-Standort Wien gibt es zahlreiche hervorragende experimentelle Gruppen. Allerdings zeigte sich im Zuge des im Jahr 2003 vom WWTF durchgeführten "Life Sciences"-Projektcalls eine Schwäche: die Bioinformatik. Um den "fehlenden Edelstein" der Bioinformatik in das "strahlende Life-Sciences-Diadem" am Standort Wien einzusetzen, schrieb der WWTF in diesem Jahr eine Stiftungsprofessur mit 1,5 Mio. Euro aus. Eine hochkarätige internationale Jury traf nach einem Hearing am 1. Dezember 2004 die Empfehlung, nicht ein, sondern gleich zwei exzellente Konsortien mit je 1,5 Mio. Eurozu fördern:

Konsortium 1 - "Muthgasse": Ein Konsortium unter der Leitung der BOKU wird eine Arbeitsgruppe "Bioinformatik/Systembiologie" etablieren, die in das Department für Biotechnologie in der Muthgasse integriert wird.

David Kreil wird diese Gruppe aufbauen. Der gebürtige Österreicher forscht momentan noch an der Universität Cambridge und kombiniert Biologie und Informatik in einem besonders starken Ausmaß. Er beschäftigt sich mit genetischen und nicht-genetischen Ursachen von Individualität. Die Methoden, mit denen er die Biochips für seine Untersuchungen entwickelt, kalibriert und validiert, sind für die Wiener BiowissenschaftlerInnen von großer Bedeutung.

Konsortium 2 - "Bohrgasse": Ein Konsortium aus Universität Wien, Medizinischer Universität und Veterinärmedizinischer Universität Wien wird eine gemeinsame Organisationsstruktur am Vienna Biocenter in der Bohrgasse verwirklichen, das "Zentrum für integrative Bioinformatik".

Arndt Peter von Haeseler wird dieses Zentrum leiten. Derzeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf engagiert, untersucht er die Prozesse, die die Genome der heutigen Arten geformt haben. Er entwickelt Methoden zur Analyse von Sequenzdaten mit dem Ziel, Evolution nachzuvollziehen. Diese Methoden werden gemeinsam mit "wet-lab" (=Nasslabor-) BiologInnen angewendet, um biologische Fragestellungen zu bearbeiten.

Diese bedeutende Förderung der Bioinformatik wird die experimentell arbeitenden BiowissenschaftlerInnen in Wien darin unterstützen, im internationalen wissenschaftlichen Wettbewerb auf der Überholspur zu bleiben. Denn ohne die Bioinformatik sind die -unter anderen durch Genomanalysen entstandenen - riesigen Datenmengen nicht mehr zu verarbeiten.

o Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Michael Stampfer, Marita Benkwitz Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds Währinger Straße 3/15a Tel.: 4025143 Fax: 4025143-20 office@wwtf.at

Allgemeine Informationen: http://www.wwtf.at/

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