"Weltjournal" am 22. Dezember: Frauenmorde in Mexiko

Wo sogar der Teufel Angst hat

Wien (OTS) - "Sogar der Teufel hat hier Angst", sagen die Menschen in Ciudad Juárez. Mehr als 400 junge Frauen und Mädchen - meist aus armen Verhältnissen - sind in der mexikanischen Industriestadt an der Grenze zu den USA in den vergangenen elf Jahren brutal ermordet worden. Knapp ein Drittel davon von Serienkillern. Gegen die mexikanische Polizei werden schwere Vorwürfe erhoben, sie schütze die wahren Täter wegen ihrer Verbindungen in die Politik, Schuldlose seien als Sündenböcke ins Gefängnis gesteckt worden. Die Verantwortlichen an der Spitze des Staates haben die Problematik lange Zeit ignoriert. Seit ein paar Monaten rollt nun eine Sonderkommission im Auftrag des mexikanischen Präsidenten alle Fälle neu auf. Gegen 100 Beamte, die mit den Mordfällen zu tun hatten, wird inzwischen ermittelt - wegen Korruption, schlampiger Ermittlungen oder Inkompetenz. "Weltjournal" am Mittwoch, dem 22. Dezember 2004, um 22.30 Uhr in ORF 2, moderiert von Annette Scheiner, berichtet.

Weitere Themen:

Ukraine: Die Farbe Orange

Die Ukraine steht vor Schicksalswahlen: Wird der neue Präsident nach der Wiederholung der Stichwahl am 26. Dezember Wiktor Juschtschenko oder Wiktor Janukowitsch heißen? Wiktor eins würde unter dem Banner der orangefarbenen Revolution eine nach Westen Richtung EU und NATO orientierte Reformpolitik einleiten, Wiktor zwei das Land mit den Nationalfarben Blau-Weiß an Putins Russland gebunden halten. Janukowitsch wirft dem mit Dioxin vergifteten Juschtschenko vor, vom Westen finanziert zu sein und das Land an westliche Kapitalisten ausverkaufen zu wollen. In der Tat haben die USA ihre Ausgaben für die Demokratieförderung in der Ukraine im Vorjahr auf 55 Millionen Dollar erhöht. Immer wieder werden Parallelen zum Sturz von Milosevic in Serbien und zur Rosenrevolution in Georgien gezogen. In der Ukraine herrschen Spannung, Angst vor gewaltsamen Provokationen und die Sorge, ein demokratischer Wahlausgang könnte vom Verlierer nicht akzeptiert werden. Eine Reportage von Lorenz Gallmetzer.

Spanien: Die Chance für Illegale

Fast eine Million illegale Einwanderer - so schätzt man - halten sich in Spanien auf. Noch heuer will die Regierung Zapatero ein Gesetz verabschieden, das all jene aus der Illegalität holt, die mindestens sechs Monate im Land sind und einen Arbeitsplatz nachweisen können. Die bisher mit Ausweisung bedrohten Schwarzarbeiter in der Landwirtschaft, in privaten Haushalten oder am Bau schöpfen Hoffnung und beginnen nun massenhaft, ihre Anträge bei den Behörden einzureichen. Diese liberale Behandlung illegaler Einwanderer birgt allerdings auch Gefahren: Organisierte Schlepperbanden verstärken ihre Aktivitäten, der Menschenschmuggel steigt sprunghaft an. Josef Manola hat für das "Weltjournal" das Schicksal einer Immigrantin nachgezeichnet.

China: Die Schule der Akrobaten

Erst kürzlich hatte auch das österreichische Publikum die Chance mitzuerleben, wie die Akrobaten des chinesischen Nationalzirkus uralte Tradition aus dem Reich der Mitte mit atemberaubender Artistik verknüpfen. Die Tradition der Zirkuskunst in China geht bis in das 16. Jahrhundert vor Christus zurück und noch heute sind chinesische Akrobaten Weltmeister der Körperbeherrschung und Artistik. Jahrelanges härtestes Training steckt hinter jedem spielerisch wirkenden Detail. Die Ausbildung beginnt schon im Kindesalter und liegt in China in der Hand von berühmten Artistenfamilien. Die Reportage von John Taylor führt vom glamourösen Auftritt eines Zirkusensembles in Peking in ein kleines Dorf auf dem Land, wo He Shusheng bei den Kleinsten die Basis für große Karrieren legt.

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