LH Haider: Kärnten ist bemüht, kulturpolitisch vernünftige Wege zu gehen

Kulturpreisverleihung - Gegen apokalyptische Szenarien und reine Sparprogramme - Für Kulturpolitik mit Perspektiven

Klagenfurt (LPD) - Kärnten habe eine überaus große kulturelle Breite und Vielfalt, betonte am Montag Abend anlässlich der diesjährigen Kulturpreisverleihung Kulturreferent Landeshauptmann Jörg Haider. In den letzten Jahren habe man sich bemüht, gute Grundlagen für kulturelles Leben zu legen und dem künstlerischen Schaffen neue Perspektiven zu geben, unterstrich der Landeshauptmann die Notwendigkeit einer offenen Kulturpolitik. Die diesjährige Kulturpreisverleihung ging wiederum als besonderer Höhepunkt des kulturellen Schaffens in Kärnten im Artecielo in Klagenfurt über die Bühne, durch das Programm führte Isabella Krassnitzer. Für die Kulturpreisverleihung des Landes wird insgesamt eine Summe von rund 60.000 Euro aufgewendet, wobei der Hauptpreis mit 14.500 Euro dotiert ist. Für die Würdigungspreise gibt es jeweils 5.800 Euro und für die sieben Förderungspreise jeweils 3.600 Euro. Im Vorjahr ging der Preis an die Sparte Musik, heuer war es die Literatur. Die Landeskulturpreise wurden vom Kollegium der Kärntner Landesregierung einstimmig beschlossen.

Der gebürtige Villacher Werner Kofler ist ein bereits mehrfach ausgezeichneter Autor. Sein Renommee, das er bei der Kritik genießt, ist unbestritten und unbestreitbar. Seine Werke wie "Guggile" (1975), "Hotel Mordschein" (1989) oder "Der Hirt auf dem Felsen" (1991) gehören zum besonderen literarischen Profil des Landes. Sein neuestes Werk ist "Kalte Herberge". Der Vorsitzende des Fachbeirates für Literatur im Kulturgremium, Universitätsprofessor Arno Russegger, hielt die Laudatio auf Kofler.

Weitere Preisträger sind: der Autor Engelbert Obernosterer (Würdigungspreis für Literatur), Professor und Kärnten-Forscher Günther Biermann (Würdigungspreis für Volkskultur), der Architekt Ernst Hildebrand (Würdigungspreis für Architektur und für Verdienste um die Baukultur), der kritische Maler Gernot Fischer-Kondratovitch (Förderungspreis für Bildende Kunst), die Schauspielerin und Moderatorin Magdalena Kropiunig (Förderungspreis für Darstellende Kunst), der Sänger und Musikkabarettist Gabriel Lipus (Förderungspreis für Musik), die Schriftstellerin Simone Schönett (Förderungspreis für Literatur), der Kustos der Abteilung Botanik des Landesmuseums für Kärnten Roland Eberwein (Förderungspreis für Naturwissenschaften), Musiklehrer Erdmann Hude (Förderungspreis für Volkskultur) und Universitätsprofessorin und Wissenschafterin Larissa Krainer (Förderungspreis für Geistes- und Sozialwissenschaften).

Die Preisträger wurden in Form von Kurzporträts auf Video vorgestellt. Bereichert wurde die Veranstaltung durch Klänge der Jungen Völkermarkter Streich (Musikschule Völkermarkt) und der Gruppe Sax und Rhytm des Landeskonservatoriums sowie durch Aufführungen des Tanztheaters Bernadette Prix. Besonders starken Eindruck hinterließ die Tanzvorführung von Anna Hein und Xavier Perez-Mas. Kulturbeirats- und Juryvorsitzender Herwig Kohla sagte, dass das Kulturgremium die herausragenden Leistungen eingehend diskutiert habe. Das Kulturgremium habe in der neuen Arbeitsperiode auch noch viel vor, so Kohla.

Der Landeshauptmann sagte, dass die kulturpolitischen Weichenstellungen in einem Klima der Toleranz und politischen Neutralität ohne jegliche Vereinnahmung erfolgen sollten. Die Qualität der Kultur werde nicht durch Institutionen und Apparate bestimmt, sondern durch Menschen, deren Kreativität und durch wissenschaftliche Redlichkeit. Kunst ist, was der Seele wehtut und was ihr gut tut, zitierte Haider eine Aussage von Peter Handke. Der Landeshauptmann wies auf zahlreiche kulturpolitische Erfolge Kärntens hin wie die Ausstellung "Eremiten - Kosmopoliten", den Heimatherbst, auf das Musikschulwerk und viele kleine Initiativen und Bühnen. Kulturpolitik habe zurückhaltend zu sein und Freunderlwirschaft, Angepasstheit oder ideologische Schlagseiten zu verhindern.

Überall, ob bei Staatsoper oder den Theatern in den Bundesländern, würden Kürzungen vorgenommen. In Kärnten bemühe man sich, einen vernünftigen Weg im Rahmen des Zumutbaren zu gehen und um auch eine Kulturpolitik jenen gegenüber rechtfertigen zu können, die von der Globalisierung betroffen und die nicht die klassischen Konsumenten der Hochkultur seien und gleichzeitig durch die globalisierungsbedingten Veränderungen persönlich und sozial unter Druck geraten seien. Diese Gratwanderung werde versucht, den Künstler würden Freiraum brauchen und dies sei eine wichtige Funktion für die Gesellschaft. Es sollte nicht die Energie in apokalyptische Szenarien verschwendet werden, rief Haider dazu auf, Augenmaß zu bewahren.

Zahlreiche Ehrengäste nahmen an der Kulturpreisverleihung teil, unter ihnen NRAbg. Mares Rossmann, Landtagspräsident Jörg Freunschlag, die Landtagsabgeordneten Johann Gallo, Barbara Lesjak und Nicole Cernic, Superintendent Manfred Sauer, Dompropst Olaf Colerus-Geldern, der frühere Leiter des Kulturbeirates Alfred Ogris und Kulturabteilungsleiterin Erika Napetschnig.
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