Nur heiße Luft in Buenos Aires

UN-Klimakonferenz schafft keine Perspektiven für wichtige Phase nach der ersten Kyoto-Zielperiode

Buenos Aires/Wien (OTS) - Die heute zu Ende gegangene 10. UN-Weltklimakonferenz in Buenos Aires (UNFCCC-COP10) konnte trotz des kürzlich gesicherten In-Kraft-Tretens des Kyoto-Protokolls keine Perspektiven für die nächsten Jahre der internationalen Klimapolitik liefern.

Zur Erinnerung: das Kyoto-Protokoll als wichtigstes internationales Klimaabkommen sieht gerade mal eine Reduktion der Emissionen der Industriestaaten um 5,2% bis 2008/2012 vor. Kombiniert mit der Nichtteilnahme der USA und unzähligen "Schlupflöchern" in den Vertragstexten bleibt das Kyoto-Protokoll für die Weltklimaentwicklung defacto irrelevant.

Für eine globale Klimastabilisierung wäre es notwendig, dass die Industriestaaten ihre Emissionen drastisch, um rund 80% bis 2050, reduzieren. Derartige Reduktionsziele müssen in den Verhandlungen für die Zeit nach 2012 oberste Priorität haben. Leider gehen die Verhandlungspositionen dazu weit auseinander. Während manche EU-Staaten wie Deutschland und Großbritannien Reduktionsziele von 30 bis 40% bis 2020 zumindest "andenken", meinen die VertreterInnen der USA und Australiens, dass es nach 2012 überhaupt nur noch "relative" Ziele geben soll. Relativ meint in diesem Zusammenhang relativ im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum.

Einziges konkretes Ergebnis der Konferenz für die Post-Kyoto-1-Zeit ist, dass eventuell nächstes Jahr internationale Workshops, organisiert vom UN-Klimasekretariat, durchgeführt werden. Allerdings soll nach den Wünschen der USA und der OPEC-Staaten über die Ergebnisse dieser Workshops nicht einmal offiziell an die nächsten Klimakonferenzen berichtet werden dürfen!

Die Konferenzschwerpunkte in Buenos Aires waren vor allem letzte technische Details vor dem In-Kraft-Treten des Kyoto-Protokolles. Von Aufbruchsstimmung in Richtung substanzieller internationaler Klimapolitik war in Buenos Aires - leider - nichts zu bemerken.

Das Klimabündnis ist eine globale Partnerschaft zum Schutz des Weltklimas zwischen insgesamt rund 1.600 europäischen Mitgliedern in 15 Staaten und den indigenen Völkern der Amazonas-Regenwaldgebiete. Weitere Informationen sind unter www.klimabuendnis.at abrufbar.

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