WKÖ-Energieeffizienz-Offensive: nachhaltiger Schutz gegen steigende Energiekosten

Erste Programme für Tischler, Hoteliers und Lebensmittelhandel - Diplomierte "Europäische Energiemanager" senken CO2-Emissionen um 15.000 t

Wien (PWK935) - Die Wirtschaftskammer Österreich startet eine Energieeffizienz-Offensive für Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Mit dieser Aktion will die WKÖ Betrieben dabei helfen, ihre Energiekosten trotz steigender Energiepreise stabil zu halten oder zu senken. Die ersten Programme laufen dieser Tage für Tischler, Hoteliers und Lebensmittelhandelsbetriebe an. Gleichzeitig beginnen 30 von der WKÖ nach neuestem europäischem Standard ausgebildete Energiemanager mit der Umsetzung von Energieeffizienz-Projekten, die in Summe jährlich 15.000 Megawatt-Stunden sowie 15.000 t CO2-Emissionen einsparen helfen.

In Österreich steigt der Energieverbrauch seit Beginn der 90-er Jahre jährlich um 1,6 %. Die EU-Kommission geht sogar von einer jährlichen Steigerung um durchschnittlich 3 % bis 2020 aus. Gleichzeitig gibt es seit 2003 massive Preissteigerungen bei Öl, Gas und Strom. "Je teurer die Energie ist, desto mehr lohnen sich Investitionen zur Senkung des Energieverbrauches. Technologien dafür sind vorhanden. Jetzt geht es darum, sie zur breiten Anwendung zu bringen. Durch maßgeschneiderte Brancheninfos und Beratungsangebote will die WKÖ die Betriebe nun ermuntern, sich selbst und der Umwelt etwas Gutes zu tun", erklärte der Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik der WKÖ, Doz. Stephan Schwarzer, am Freitag in einem gemeinsamen Pressegespräch mit WIFI Österreich-Kurator Dr. Michael Walter und dem Innungsmeister der Bundesinnung Tischler in der WKÖ, Komm.Rat Josef Breiter. "Unser Ziel ist es, im kommenden Jahr 500 bis 1000 Betriebe energietechnisch zu optimieren."

Österreichs Wirtschaft zeichnete sich schon bisher im internationalen Vergleich durch eine hohe Energieeffizienz aus. "Diese Position wollen wir nun weiter ausbauen. Für den Klimaschutz können wir damit eine Emissionsverringerung um 50.000 - 100.000 Tonnen CO2 erreichen", sagte Schwarzer.

Eine CO2-Einsparung von 15.000 t können bereits die ersten "europäischen Energiemanager" vermelden, die kürzlich das Diplom des WKÖ-Lehrganges entgegengenommen haben. Die dazu erforderlichen Investitionen haben meist erfreulich kurze Amortisationszeiten. In einigen Fällen sparen die Projekte jährliche Energiekosten von mehr als 100.000 Euro ein. Wegen der großen Nachfrage führt die WKÖ dieses zwölftägige Training heuer noch zweimal durch. Der Lehrgang "Europäischer Energiemanager" ist ein Pilotprogramm, das die WKÖ im Auftrag der Europäischen Kommission mit Partnern aus drei EU-Ländern entwickelt hat ("EUREM-Training").

Es geht darum neue Anstöße und konkrete Informationen zur sinnvollen Energienutzung zu vermitteln und Einsparungspotenziale auszuschöpfen. Dem Unternehmer wird aufgezeigt, wie auf intelligente Weise und ohne großen Aufwand mehr Effizienz im Betrieb möglich ist. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist es, die eigene aktuelle Verbrauchssituation zu kennen, stellte WIFI-Kurator Walter fest. "Wir sehen das als eine tolle Aktion. Die Mitgliedsbetriebe sind dankbar, dass sie einen Anstoß bekommen", hob Komm.Rat Breitner hervor. Wichtig ist, dass die Teilnahme freiwillig ist.

Die neuen Energieeffizienz-Folder der Wirtschaftskammer Österreich und des WIFI Unternehmerservice für drei ausgewählte Branchen (Tischler, Hotellerie und Lebensmittelhandel) veranschaulichen praxisbezogen, was technisch möglich und betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.

Die WKÖ-Energieeffizienz-Offensive gibt dem Betrieb die Möglichkeit,

  • seinen Energieverbrauch und die Energiekosten zu ermitteln
  • die Ist-Situation mit "best practice"-Werten und Benchmarks der Branche zu vergleichen,
  • einen geschulten Energieberater anzufordern,
  • durch ein Bündel einfacher und effizienter Maßnahmen die Energiekosten um bis zu 20 % abzusenken und
  • alle bestehenden Förderungsmöglichkeiten optimal auszunutzen.

Die Unternehmen der drei "Pilot-Branchen" erhalten österreichweit als Erstinformation den Energieeffizienzfolder über ihre Fachorganisationen. Auf Abruf steht ein qualifizierter Energieberater bereit, der für das Unternehmen einen Projektvorschlag konzipiert.

"Gerade für eine sehr energieintensive Branche wie die Hotellerie stellt dieser Folder eine optimale Unterstützung dar. Durch den integrierten Selbsttest, der einen Vergleich mit den branchenüblichen Werten ermöglicht, kann jeder einzelne Betrieb wertvolle Aufschlüsse über seinen individuellen Energieverbrauch gewinnen und dementsprechend Kosten sparen", lobt der Obmann des Fachverbandes Hotellerie, Komm.Rat Hans Melcher, die Initiative.

"Mit dem neuen Energieeffizienz-Folder steht den Betrieben des heimischen Lebensmittelhandels erstmals eine ausgezeichnete Unterlage zur Verfügung, die wertvolle Hinweise zum Energieeinsparungspotenzial gibt. Besonders im Lebensmittelhandel ist ja die Energie eine der größten Kostenpositionen. Ich bin überzeugt, dass der Folder vor dem Hintergrund der bestehenden Wettbewerbssituation einen wertvollen Beitrag zur Kosteneffizienzsteigerung in unseren Mitgliedsbetrieben leistet", hält dazu der Obmann des Bundesgremiums Lebensmittelhandel, Komm.Rat Alois Wichtl, fest.

Über mögliche Beratungsangebote sowie regionale Förderungen können sich interessierte Unternehmer bei den WK-Serviceeinrichtungen informieren. Weitere Informationen im Internet unter:
www.wko.at/energieeffizienz

2005 wird die WKÖ zumindest drei weitere Branchen (Sägebetriebe, Bäcker, Konditoren) zur Teilnahme an der Energieeffizienz-Offensive einladen, kündigte Schwarzer abschließend an. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik
Dr. Stephan Schwarzer
Tel.: (++43) 0590 900-4195
http://wko.at/Presse

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