Brandsteidl präsentierte neue Oberstufe in der AHS-Rainergasse

Wien (OTS) - "Die jüngste PISA-Untersuchung hat eines klar
gezeigt: Wenn alles in unserem Schulwesen so bleibt wie es ist, dann wird Österreich im internationalen Vergleich in Zukunft noch weiter abstürzen. Die Lehre, die wir aus PISA zu ziehen haben, lautet einerseits, von den Besten - Stichwort Finnland - zu lernen, und andererseits, den Mut zu haben, neue Wege zu gehen. Ganz in diesem Sinne versteht sich das Neue AHS-Oberstufenmodell in der Rainergasse als ein Paradeprojekt mit dem Ziel, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten das 'enge Korsett der klassischen Oberstufe abzustreifen und mit neuen Unterrichtsfächern auch neue Akzente zu setzen", stellte Wiens Amtsführende Stadtschulratpräsidentin Susanne Brandsteidl im Rahmen einer Pressekonferenz heute fest.

"'Nicht alles anders, aber vieles besser' - so lässt sich das Motto dieses Oberstufenmodells am treffendsten bezeichnen", so Brandsteidl weiter, und: "es handelt sich hierbei nicht allein um ein tolles Projekt einer Schule, sondern um das Resultat einer gemeinsamen Anstrengung aller Schulpartner. Auch das zeigt: Die Probleme des österreichischen Schulwesens haben nicht Schüler, Lehrer und Eltern zu verantworten, sondern eine Politik, die sich durch Handlungsfeigheit auszeichnet und sich dem Beharren verpflichtet fühlt."

Konkret zum Neuen Oberstufenmodell in der Rainergasse: Mit dem Anspruch, die Qualität des Unterrichts zu verbessern und unter der Prämisse, dass - so Brandsteidl - "18-jährige einfach nicht wie 10-jährige behandelt werden sollen", hat es sich die Schule zum Ziel gesetzt, ihre eigene Oberstufe "neu zu erfinden". Zentral dabei:
Mehr Eigenverantwortung und Schlüsselqualifikationen sowie die Stärkung der Eigenverantwortung sollen den SchülerInnen neue Möglichkeiten, aber auch zusätzliche Qualifikationen bieten. Sichtbar wird diese Neuerung in der Einführung neuer Unterrichtsgegenstände:

Einführung in das politische Leben, 5. Klasse: Als Ergänzung zum Unterricht im Gegenstand "Geschichte und Sozialkunde" sollen die SchülerInnen praxisbezogenes Wissen um politische Zusammenhänge und Funktionsweisen erwerben. Der Lehrstoff beinhaltet eine breite Palette von Fragestellungen - von Jugendschutz über Familienrecht und Konsumentenschutz bis hin zu Fragen der Globalisierung, der Migration oder der Besprechung tagesaktueller politischer Ereignisse. Durch offene Unterrichtsformen soll eine höchstmögliche Lebendigkeit garantiert werden, die Einbeziehung von ExpertInnen soll einen "Blick über den eigenen Tellerrand hinaus" erleichtern helfen.

Präsentation - Rhetorik - Kommunikation, 6. Klasse: Aufgrund der gesellschaftlichen wie ökonomischen Veränderungen erscheinen Qualifikationen wie Präsentation und Rhetorik immer mehr als die Schlüsselqualifikationen der Zukunft. Dem gerecht werdend, setzt es sich die Schule mit diesem Unterrichtsgegenstand zum Ziel, Grundfertigkeiten zu vermitteln, aber auch ein tieferes Verständnis für die Wirkungsformen unterschiedlicher Kommunikationsarten zu entwickeln. In seiner Synthese aus praxis- und theoriebezogenen Unterrichtseinheiten soll dieser neue Gegenstand aber auch persönlichkeitsbildend wirken und als wichtiges Tool auch für andere Gegenstände dienen.

Medienwelten, 7. Klasse: Hier soll in einer zunehmend "overnewsed but underinformed"-Gesellschaft der schulische Versuch unternommen werden, die Kernkompetenz einer "richtigen" Medienrezeption zu erlernen. Durch die bewusste, kritisch reflexive Nutzung der relevanten Medien - auch interkulturell durch die Einbeziehung von Texten/Filmbeispielen etc. aus aller Welt sowie mehrsprachiger Medien (Englisch und Französisch) - soll ein sachgerechtes und selbstbewusstes Handeln in einer von Information geprägten Welt erlernt werden. Überdies werden die Schüler durch das eigenständige Erarbeiten von Texten, Videos und Kunst-Projekten motiviert, aus einem rezeptiven in einen aktiven Umgang mit Medien zu wechseln.

Lebensmanagement, 8. Klasse: Mit diesem gänzlich neuen Unterrichtsgegenstand nimmt sich die Schule bewusst einer der zwar gesetzlich geforderten (siehe Zielparagraph des Schulunterrichtsgesetzes), in der Realität jedoch nicht immer realisierten Aufgaben an, durch Bildung zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit beizutragen. Wichtigstes didaktisches Mittel hierfür:
Arbeitstechniken und Lernmethoden, die das individuelle Verhalten und Erleben des Einzelnen in den Mittelpunkt stellen. Durch Reflexion und Diskussion sollen die Jugendlichen hierdurch ihre eigenen Handlungsoptionen zu erweitern lernen. Themen im Rahmen des Lebensmanagement-Unterrichts: Selbstmanagement (inkl. Zeitmanagement), Gesundheit und Wellness, soziale Kompetenz (u.a. Gruppendynamik), Fragen der Sexualität und Geschlechtlichkeit, Konsumverhalten etc.

Brandsteidl abschließend: "Mit diesem neuen Oberstufenmodell ist die AHS-Rainergasse 'state of the art' und österreichweit einzigartig. Ich denke, dass der Weg, den diese Schule gewählt hat -neben Modellen wie dem Modulsystem in der Oberstufe etc. -, ein nicht nur richtiger, sondern auch im Hinblick auf die österreichische Schullandschaft beispielgebender ist. Ich wünche dem Projekt viel Erfolg." (Schluss) ssr

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