Heimische Molkereien verzeichnen heuer Exportrekord

Ausfuhren nahmen von Jänner bis September um 9,4% zu

Wien (AIZ) - Die österreichische Molkereiwirtschaft verzeichnete heuer eine weitere Exportsteigerung, die Ausfuhren nahmen von Jänner bis September 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,4% auf einen Rekordwert von EUR 540 Mio. zu. Dem gegenüber erhöhten sich die Importe von Milchprodukten nur um 5,6% auf knapp EUR 310 Mio. Der positive Saldo im Milch-Außenhandel konnte somit auf EUR 230 Mio. gesteigert werden. "Es ist unseren Molkereien in diesem Jahr gelungen, noch besser auf den Auslandsmärkten - auch in den Beitrittsländern - Fuß zu fassen. Die Zuwächse konnten insbesondere bei flüssigen Milchprodukten und Käse als bedeutendstem Faktor im Export erzielt werden", kommentiert die Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) diese Entwicklung.

Absatzerfolge auch in Beitrittsländern

Wie aus den Außenhandelsdaten der Statistik Austria hervorgeht, entfielen im Zeitraum Jänner bis September 2004 von den gesamten Exporten an Molkereiprodukten im Umfang von EUR 540 Mio. allein auf die Länder der EU-15 rund EUR 500 Mio. Die Ausfuhren in die zehn EU-Beitrittsländer beliefen sich zwar nur auf EUR 11,3 Mio., sie konnten aber gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 63% erhöht werden. Die Importe aus den neuen Mitgliedsländern stiegen nicht so stark an (+29%) und erreichten einen Wert von EUR 9,5 Mio. Besonders große Absatzerfolge innerhalb der EU-10 konnten die heimischen Milchverarbeiter in Slowenien, Ungarn und Zypern feiern -im milchwirtschaftlichen Außenhandel mit diesen Ländern ist der Saldo positiv. Dem gegenüber bezieht Österreich aus Polen und Tschechien mehr Molkereiprodukte, als dorthin geliefert werden.

Käse ist wichtigster Exportfaktor

Innerhalb der Produktpalette ist Käse (inkl. Topfen) mit einem Anteil von 42% der wichtigste Exportfaktor. Hier konnten die Ausfuhren im Berichtszeitraum um weitere 4% auf rund 64.000 t beziehungsweise um 5% auf EUR 225 Mio. gesteigert werden. Der Wertzuwachs kam auch auf Grund von Preisverbesserungen zu Stande. Der Großteil der Käseexporte ging in die EU-15, aber auch die Lieferungen in die Beitrittsländer erfuhren eine deutliche Erhöhung - sie stiegen um 63% auf rund 1.850 t.

Zugenommen haben auch die Exporte von Milch und Rahm ohne Zusätze (Vollmilch, Magermilch, Tankmilch), sie stiegen in Menge und Wert um 15% auf 477.000 t beziehungsweise EUR 154 Mio. Bei eingedickter oder gesüßter Milch und Rahm kam es zu einem Exportrückgang um 12% auf EUR 35 Mio. In der interessanten Produktkategorie "Buttermilch, Sauermilch, Joghurt" wurden die Lieferungen um 17% auf 99.000 t beziehungsweise um 14% auf EUR 99 Mio. erhöht. Während die Lieferungen an Molkeprodukten um 11% auf 54.000 t sanken, nahm deren Wert auf Grund von Preissteigerungen um 45% auf EUR 20 Mio. zu. Positiv entwickelte sich auch der Butterexport, er nahm mengenmäßig um 18% auf 1.600 t und wertmäßig um 15% auf EUR 6,3 Mio. zu.

Einfuhren von Billigbutter steigend

Auf der Importseite dominierte ebenfalls der Bereich Käse mit einem Wert von EUR 196 Mio. (+6%) beziehungsweise einer Menge von 61.000 t (+7%). Die Einfuhren an Butter erhöhten sich um knapp 2% auf gut 8.000 t, deren Wert stieg um 6% auf EUR 25 Mio. Dabei fällt auf, dass die Durchschnittspreise für Importbutter deutlich geringer sind als jene für exportierte Ware. Offensichtlich kommt vermehrt billige Butter (für Handelsmarken und Verarbeitung) ins Land. Weiters wurden im Berichtszeitraum rund 29.000 t (+5%) Milch und Rahm (nicht eingedickt und ungesüßt) sowie 24.000 t (+9%) Milch und Rahm (eingedickt oder gesüßt) und 22.000 t (+4%) Buttermilch, Sauermilchprodukte und Joghurt importiert. Die Einfuhren an Molkeprodukten nahmen um 6% auf 7.500 t ab.

Die heimischen Milchverarbeiter sehen in den vorliegenden Außenhandelszahlen eine Bestätigung ihrer Marktstrategie und gehen davon aus, dass die Bilanz für das Gesamtjahr 2004 in ähnlicher Weise positiv ausfallen wird.
(Schluss) kam

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