SICHERHEIT STATT SCHLEUDERGANG: KfV-TIPPS FÜR UNFALLFREIE GLATTEIS-FAHRTEN

Risikogruppe Nr. 1 in Sachen Glatteis: Junge Fahrer - Unfallfaktor Mensch: Über Crash oder Nicht-Crash entscheiden Tempo und Abstand

Wien (OTS) - Straße glatt - Auto verkehrt? Nicht gerade das beste Strickmuster für Fahrten auf eisglatter Fahrbahn. Zur besonderen Gefahr wird Glatteis für junge männliche Lenker: Ihre enorme Selbstüberschätzung führt auf Eis zu erhöhtem Unfallrisiko. Um unfreiwillige Rutschpartien und Schleudermanöver zu vermeiden, empfiehlt sich eine sorgsam gewählte Fahrweise. Die Experten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) wissen, wie Sie bei Kontakt mit Glatteis nicht den Boden unter den Rädern verlieren: Über Crash oder Nicht-Crash entscheiden Tempo und Abstand.

Gefährliche Eiszeit: Zahlen und Fakten 1994-2003

Eine KfV-Analyse des Unfallgeschehens der letzten 10 Jahre zeigt:

  • Junge Lenker - hohes Risiko: Fahranfänger geraten auf eisglatter Fahrbahn besonders häufig ins Schleudern. Der Anteil der verunglückten 18- bis 19-Jährigen liegt bei Glatteis-Unfällen bei rund 11 Prozent, bei Unfällen unter normalen Straßen- und Witterungsbedingungen nur bei etwa 8 Prozent. Hauptgrund dafür: Die enorme Selbstüberschätzung der jungen Steuer-Männer in Sachen Schleudermanöver.
  • Der Großteil der Glatteis-Unfälle (57 Prozent) wird im Freilandbereich verzeichnet - lediglich 5 Prozent aller Glatteis-Unfälle ereignen sich auf Autobahnen.
  • 44 Prozent aller Glatteis-Unfälle sind Alleinunfälle, 24 Prozent Unfälle im Begegnungsverkehr.
  • Fast ein Drittel (31 Prozent) aller Glatteis-Unfälle ereignen sich zwischen 5.00 und 9.00 Uhr morgens.
  • Neujahrs-Rutsch der unerfreulichen Art: Negativer Spitzenreiter-Monat in Sachen Glatteis-Unfälle ist der Jänner - mit 35 Prozent aller Crashs auf eisglatter Fahrbahn.

Vom falschen Gespür für Eis

Des Durchschnittsautofahrers Gespür für Eis trügt oft. Die Fahrsituation auf winterlicher Straßenglätte stellt erhöhte Anforderungen an den Fahrer - dieser ist sich der Grundproblematik zumeist auch bewusst, unterliegt aber dennoch gefährlichen Fehleinschätzungen:
- Er unterschätzt die physikalischen Auswirkungen der von ihm gewählten Geschwindigkeit.
- Er überschätzt seine eigenen Fahrfertigkeiten.
- Er kennt die technischen Grenzen seines Fahrzeugs nicht genau.

Von der Tücke des "Westentaschen-Effekts"

Auf vertrauten Strecken, die man täglich befährt und daher "wie seine Westentasche" kennt, setzt der gefährliche Effekt der Gewöhnung ein: Aufmerksamkeit und Konzentration lassen nach, es werden keine neuen Reize - wie etwa eine plötzlich rutschige Fahrbahn - erwartet. Der Schreck verzögert die Reaktion: Von der ersten Wahrnehmung der Gefahr Glatteis bis zum Einsatz der Gegenmaßnahmen vergeht wertvolle Zeit.

Drehmomente der anderen Art - und wie man sie vermeidet

Wer also den Schleudergang lieber seiner Waschmaschine überlässt, sollte besser auf Nummer Sicher gehen - und fahren: mit angepasstem Tempo, ausreichendem Sicherheitsabstand und wachsamer Fahrweise. Hier die wichtigsten KfV-Empfehlungen für die sichere Fahrt auf dem Eis:

- Das A & O: Tempo und Abstand
Bei normalen Straßen- und Witterungsbedingungen gilt im Ortsgebiet eine Sekunde Abstand zum vorderen Fahrzeug als absolutes Mindestmaß. Im Freiland sollten mindestens zwei Sekunden, auf Autobahnen drei bis vier Sekunden Sicherheitsabstand eingehalten werden - dies im Rahmen der jeweils gültigen Tempolimits. Auf Schnee heißt es aber bereits halbe Geschwindigkeit und doppelten Sicherheitsabstand wie auf trockener Fahrbahn, auf Eis ein Viertel der Geschwindigkeit und dreifachen Sicherheits-abstand wählen. Denn der Anhalteweg verlängert sich bei Schnee etwa auf das Vierfache, bei Glatteis mindestens auf das Zehnfache.

  • Wie auf rohen Eiern Auf rutschiger Fahrbahn alle abrupten Bewegungen des Fahrzeugs, wie schnelles Lenken, starkes Bremsen, "ruckartiges" Schalten und starkes Gasgeben vermeiden. Vorausschauend und "weich" - wie auf rohen Eiern
  • fahren. Besondere Vorsicht bei Kuppen, Brücken, Wald- und Tunnel-ausfahrten - also überall dort, wo die Windverhältnisse für besonders ergiebige Fahrbahnglätte sorgen.

- Reifenprüfung
Auf die richtige Bereifung kommt es an: Bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius sind Winterreifen generell die sichereren Wegbegleiter. Überdies: Wer Winterlandschaften mit Sommerreifen durchkreuzt, riskiert nicht nur sein Leben, sondern auch seinen Versicherungsschutz. Wäre ein Verkehrsunfall durch die Verwendung von Winter- statt Sommerreifen vermeidbar gewesen, droht ein Mitverschulden oder der Verlust des Kasko-Schutzes.

Wien, 17.12.2004

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