Wiener Jugendanwaltschaft: Jugend und Alkoholmissbrauch - Schuld der Erwachsenen

Weihnachten als Beispiel für Vorbildwirkung

Wien (OTS) - Wieder werden öffentlich Studien zitiert (market-Umfrage in OÖ, ESPAD-Umfrage) in denen zutage tritt, dass österreichische Kinder und Jugendliche Kampftrinken und Komasaufen betreiben.

Wenn man die Kampftrinker und Komasäufer bei den Punschständen und Weihnachtsfeiern beachtet, scheint es wohl auf der Hand zu liegen, dass unsere Jugendlichen ähnliches ausprobieren und nachahmen wollen.

Die Forderungen nach strengeren Jugendschutzgesetzen, nach Verbot von Alkopops, sind schnell formuliert, aber selbstverständlich wirkungslos.

Wenn viele von uns Erwachsenen (als Vorbilder für unsere jungen Menschen) selbst Kampftrinker und Komasäufer sind, wieso beklagen wir uns dann über den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen? Man kann doch Jugendlichen nicht vorwerfen, wenn in ihrer näheren Umgebung Alkoholmissbrauch als Kavaliersdelikt betrachtet wird, dass sie dies auch ausprobieren wollen.

"Nicht nur Öffentlichkeitskampagnen und Präventionsprogramme für Jugendliche sind sinnvoll, zielführender ist die Aufklärung der Erwachsenen über ihr Vorbildverhalten", so der Wiener Jugendanwalt Anton Schmid.

Die Entwürfe dieser Form von Kampagnen und Programmen seien aber entweder ein gut gehütetes Geheimnis der Ministerien und Gesundheitsbehörden oder noch nicht vorhanden.

Wer heute betrunken mit dem Auto fährt, wird (zurecht) geächtet und verurteilt.

Aber zu Hause vor den Kindern sich zu betrinken oder betrunken nach Hause zu kommen ist nicht einmal ein Kavaliersdelikt.

Jugendanwalt Schmid fordert daher Aktionen zur öffentlichen Ächtung des Alkoholmissbrauches und Bewusstmachung der Vorbildwirkung der Erwachsenen. Über entsprechenden Konsequenzen bei verantwortungslosem Verhalten sollte nachgedacht werden.

Rückfragen & Kontakt:

Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Herr Dr. Anton Schmid
Tel: (++43-1) 1708

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