Mailath: Preise der Stadt Wien für bildende Kunst 2004 verliehen

Wien (OTS) - Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny verlieh heute, Mittwoch, im Wiener Rathaus die Preise der Stadt Wien für bildende Kunst für das Jahr 2004: Die PreisträgerInnen sind Elfriede Mejchar, Constanze Ruhm, Hans Weigand und Otto Zitko. Die Preise der Stadt Wien sind mit je 8000 Euro dotiert und werden jährlich aufgrund der Empfehlung einer Fachjury vergeben.****

In seiner Begrüßung wies Kulturstadtrat Mailath-Pokorny darauf hin, dass sich Wien in den letzten Jahren zu einer modernen Kunststadt entwickelt habe: "Das hat mit einer lebendigen Galerienszene und Museumslandschaft zu tun und selbstverständlich auch mit den Kunstschaffenden selbst", so Mailath. Die Stadt trage das Ihre dazu bei, indem sie gute Rahmenbedingungen und ein gedeihliches Klima für die Künstlerinnen und Künstler schaffe.

Elfriede Mejchar habe sehr früh die Bedeutung des Mediums Fotografie erkannt, so Brigitte Borchardt-Birbaumer in ihrer Laudatio auf die "umtriebige Altmeisterin". In zahlreichen persönlichen Gesprächen habe sie Elfriede Mejchar als aktiv, kritisch, hintergründig, voll Witz und immer positiv kennen gelernt; Eigenschaften, die auch in ihre Fotoarbeiten einfließen.

Die mediale Prägung unserer Wahrnehmung gewinnt in ihrem Werk Gestalt, so die Kunsttheoretikerin Silvie Aigner-Steiner zur Medienkünstlerin Constanze Ruhm. Ihr Arbeitsplatz sei der Computer; vor allem der Schnittstelle von Fiktion und Wirklichkeit gelte das Hauptinteresse der Künstlerin.

Im Vordergrund Hans Weigands Werk stehe die Verschränkung und Einbeziehung unterschiedlicher Kunstformen wie Pop-Kultur, Film und Literatur, so Mathias Dusini, Redakteur des Falter, in seiner Laudatio. Hans Weigand stehe für die Freiheit des Unfertigen und für Art of Noise.

Georg Schöllhammer, Herausgeber der Springerin, verwies auf die konsequente malerische Position Otto Zitkos, die sich durch ein beständiges Nachdenken über die Schrift der Linie und die Transformation von Material auszeichne.

Biographie Elfriede Mejchar

Elfriede Mejchar wurde 1924 in Wien geboren. Nach ihrem Schulbesuch und anschließender Fotografenlehre in Deutschland, kehrte sie zu Kriegsende nach Niederösterreich zurück, wo sie auch Teile ihrer Kindheit verbrachte. 1961 legte sie die Meisterprüfung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien ab und war von 1952 bis 1984 als Fotografin im Bundesdenkmalamt in Wien tätig. Seit 1984 übt sie ihre fotografische Tätigkeit frei aus. Elfriede Mejchars Arbeiten - Landschaften, Porträts, Pflanzen, städtische Randgebiete - wurden in zahlreichen österreichischen Galerien und Museen in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, etwa in der Galerie Faber, Grazer Urania-Galerie, Fotogalerie Wien, Kunsthalle Krems, im Schloß Goldegg oder Künstlerhaus Bregenz.

Biographie Constanze Ruhm

Constanze Ruhm wurde 1965 in Wien geboren. Von 1987 bis 1993 studierte sie an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien (Prof. Peter Weibel); von 1991 bis 1994 am Institut für Neue Medien in Frankfurt am Main und war Assistentin von Dara Birnbaum, Matt Mullican und Peter Weibel. Nach einem Aufenthalt in New York 1995/96 war sie 1996/97 Gastprofessorin an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. 1998 bekam sie das Schindler-Stipendium des Museums für Angewandte Kunst. Von 1999 bis 2001 war sie Vize-Präsidentin der Wiener Secession. Seit 2001 arbeitet sie am Künstlerhaus in Stuttgart. Constanze Ruhm erhielt unter anderem das Staatsstipendium für Bildende Kunst (1993), einen Anerkennungspreis für Medienkunst (1996), den Frauen-Medienkunstpreis (1999) und den Wilhelm Skreiner-Preis (2002). Einzelausstellungen u.a. in Paris, Wien (Galerie Grita Insam), Venedig, Lienz, Innsbruck und Gruppenausstellungen u. a. in Wien, Eisenstadt, Frankfurt/Main, Hamburg, Klagenfurt, Rom, New York, Los Angeles usw.

Biographie Hans Weigand

Hans Weigand wurde 1954 in Hall in Tirol geboren. Er studierte an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien bei Prof. Oswald Oberhuber. Hans Weigands künstlerische Strategie beruht darauf, banale Alltagsphänomene und als durchschnittlich verstandene Lebensweisen aufzugreifen und deren Formensprache humorvoll zu manipulieren und weiterzubearbeiten. Die jeweils verwendete künstlerische Technik spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, denn verknüpft werden Fotografie und Malerei mit Video, Musik, Performance oder Literatur, und ständig kommen neue Experimentierfelder dazu.

Neben zahlreichen Einzelausstellungen (ab 1986) wie z. B. in Wien, Innsbruck, Stuttgart, Chicago, Köln, New York, Salzburg, Prag, Bludenz, Nizza, Feldkirch, Bregenz waren Hans Weigands Werke auch in mehreren Gruppenausstellungen (ab 1979) u. a. in Wien, Frankfurt, Bregenz, Graz, Los Angeles, Berlin, Tirol, Freiburg, Polen, Frankfurt, Nizza, Portugal, Kassel Island usw. zu sehen.

Biographie Otto Zitko

Otto Zitko wurde 1959 in Linz geboren. 1977 beginnt er ein Studium an der Wiener Hochschule für angewandte Kunst bei den Professoren Herbert Tasquil und Peter Weibel. Er gehört zu jener jungen Generation gestisch arbeitender Künstler, die in den achtziger Jahren unter dem Begriff "Neue Wilde" zusammengefasst werden und deren Grundkonstante das unmittelbar Expressive ist. Zunächst ist Zitkos Malerei gestisch. Später verlässt Zitkos die malerische Darstellungsform zugunsten einer zeichnerischen Dominanz. 1986 nimmt Zitko mit den Malern Brandl, Damisch, Danner und Scheibl an der Ausstellung "Hacken im Eis" im Wiener Museum Moderner Kunst teil, 1988 an der Aperto im Rahmen der Biennale in Venedig. Ausstellungen im Museum van Hedendaagse Kunst in Gent, in der Wiener Secession und in der Kunsthalle Bern folgen.
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