Deutsche Lkw-Maut: Transporteure befürchten massiven Rückstau an den Grenzen

Bauer: Mit Preiserhöhungen von 10 bis 15 Prozent im Deutschlandverkehr ist zu rechnen

Wien (PWK931) - "Jetzt ist es amtlich", kommentiert der Geschäftsführer des Fachverbandes Güterbeförderung in der WKÖ, Mag. Rudolf Bauer, die heutige Bekanntgabe, dass die Lkw-Maut in Deutschland endgültig am 1. Jänner 2005 starten wird. Betroffen sind alle Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht ab 12 Tonnen. Die Mautpflicht gilt für das gesamte deutsche Autobahnnetz inklusive der Autobahntankstellen und der Rastplätze. Von der Mautpflicht ausgenommen sind lediglich grenznahe Bereiche zur Schweiz und zu Frankreich auf der A 5 und der A 6. Die Mauttarife bewegen sich in der Höhe von 9 bis 14 Cent pro Kilometer. Im Vergleich dazu beträgt die österreichische Maut 13,2 Cent bis 27,3 Cent.

Das Hauptproblem bei der Einführung ab 1. Jänner wird die Zahl der verfügbaren On Bord Units (OBU) sein. Die OBUs konnten nur in Deutschland und in den Nachbarstaaten eingebaut werden. Es ist daher damit zu rechnen, dass Fahrzeuge aus Italien, Skandinavien und den mittel- und osteuropäsichen Ländern (MOEL) nicht über eine ausreichende Anzahl von On Bord Units verfügen. Bauer: "Wir befürchten, dass es an den deutschen Grenzen zu massivem Rückstau kommen wird, der sich auch auf das innerösterreichische Verkehrsgeschehen auswirken wird. Davon werden auch jene betroffen sein, die bereits über On Bord Units verfügen."

Das deutsche Mautsystem sieht drei Einbuchungsmöglichkeiten vor: die effizienteste Möglichkeit ist das Verwenden einer On Bord Unit im Fahrzeug; damit ist das Fahrzeug automatisch im System eingebucht. Als Alternative steht eine manuelle Einbuchung an Mautterminals zur Verfügung oder eine Einbuchung über Internet. Die Internetversion ist nur dann nutzbar, wenn sich das Unternehmen vorher bei Toll Collect registriert hat. Die manuelle Einbuchung ist zwar ohne Registrierung möglich, funktioniert aber einfacher und schneller wenn das Unternehmen bei Toll Collect registriert ist.

Die österreichischen Transporteure haben sich kalkulationsmäßig bereits im Vorjahr auf die Einführung der deutschen Maut vorbereitet. Mit Preiserhöhungen von 10 bis15 % im Deutschlandverkehr wird zu rechnen sein, fasst Bauer zusammen. (hp)

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