NEWS: Jetzt auch Schein-Exekutionen beim Bundesheer aufgedeckt

Neue Vorwürfe im Heeres-Skandal: Soldaten der Bludesch-Kaserne nach schweren Missbräuchen auch Schein-Hinrichtungen ausgesetzt, Vertuschungsvorwürfe in Freistadt.

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass es im Dezember 2003 beim Jägerbataillon 23 von der Vorarlberger Bludesch-Kaserne zu Scheinhinrichtungen an Kadersoldaten gekommen ist.

Nachdem NEWS den Vorarlberger Fall in seiner letzten Ausgabe ins Rollen gebracht hat, spricht jetzt ein betroffener Soldat Klartext:
"Es ist noch viel mehr passiert als Verhöre im Knien, Fesselungen und verbundene Augen. Es wurden sogar Exekutionen durch aufgesetzte Schein-Pistolenschüsse vorgetäuscht."

Zu brisanten Weiterungen kommt es auch in der Causa um die Folter-Vorwürfe in der Freistädter Tilly-Kaserne, die ebenfalls zur 6. Jägerbrigade gehört. Es wird geprüft, ob der Militärkommandant von Oberösterreich, Kurt Raffetseder, die Ermittlungen der parlamentarischen Beschwerdekommission behindert hat.

Schon allein aufgrund des zeitlichen Ablaufes wird nun klar, berichtet NEWS, dass den Ermittlern das vollständige Folter-Video erst ausgehändigt wurde, nachdem es zu Widersprüchen bei Einvernahmen kam. Zuvor war den Parlamentariern versichert worden, es existiere keine vollständige Aufzeichnung. Auch über die von NEWS aufgedeckten Fakten, wonach ein Grundwehrdiener nach der Folteraktion aus gesundheitlichen Gründen abrüsten musste, soll Raffetseder nichts berichtet haben. Und schließlich wurde auch die Information, dass ein betroffener Grundwehrdiener vom Bruder eines Ausbilders mit einer Gotcha-Pistole niedergeschossen wurde, den Ermittlern vorenthalten. Und das, obwohl das Militärkommando nachweislich über den Stand der Ermittlungen von Justiz und Gendarmerie informiert war.

NEWS veröffentlicht zudem ein umfangreiches Dossier über Übergriffe, Schikanen, ausländerfeindliche und sexistische Vorfälle beim österreichischen Bundesheer. Aussprüche wie "Kanake, nimm deinen Teppich und flieg nach Hause" wurden ebenso dokumentiert wie "Ich reiß dir den Schädel ab und scheiß dir in den Hals hinein" und Schikanen, wie jene eines Grundwehrdieners, der 100 mal den Satz "Ich muss darauf achten, das Besteck des Herrn Vizeleutnants in die richtige Schublade zu legen" schreiben musste.

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