Seegrotten-Unglück: Gerichtsgutachter belastet Betreiber & Behörde.

Das brisante Gutachten liegt NEWS exklusiv vor: "Das Boot war eine Fehlkonstruktion - und musste kentern."

Wien (OTS) - Waren Kripo und Staatsanwaltschaft bislang davon ausgegangen, dass ein "technischer Defekt" im Mai 2004 zu dem tragischen Unfall, der fünf Todesopfer forderte, geführt hat - so belegt die jetzt vorliegende Expertise neue brisante Fakten.

Wie NEWS exklusiv berichtet, kam Dipl. Ing. Richard Kuchar bei seinen Untersuchungen nämlich zu folgendem Schluss: "Der Kenterunfall ist auf zu geringe Stabilitätswerte, zu geringes Freibord bei Vollabladung sowie stark unsymmetrische Beladung und erhebliche Überladung zurück zu führen. Auslöser war letztlich eine scharfe Linkskurve, in der das Fahrzeug über Steuerbord kenterte."

Das Boot wäre, laut Analysen des Sachverständigen, eine Fehlkonstruktion und lediglich auf eine Beladung mit sieben (!) Personen getestet gewesen. Vorrangig geht Kuchar mit den Seegrotten-Betreibern hart ins Gericht: "Der vom Unfall betroffene Schiffsführer hatte das Problem, ohne Schiffsführer-Ausbildung, also auch ohne jede schiffstechnische Unterrichtung, ein nicht zulassungsfähiges Wasserfahrzeug steuern zu müssen."

Der Gutachter stellt schließlich sogar in Frage, "wie weit die anderen Schiffsführer diese permanente Gefahr erkennen hätten können", und resümiert: "Es hätte grundsätzlich jeden anderen Schiffsführer ebenso treffen können. Gefährlich war der Betrieb allemal - man fuhr bei Volladung praktisch immer in Kenternähe!"

Mit einer Klagsflut der Hinterbliebenen der Opfer ist nun zu rechnen.

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