E-Card und mehr: Ärzte bereiten Gesundheitsinformationsnetz vor (2)

Ärztepräsident Brettenthaler: Neues Informationszeitalter für Patienten und Ärzte beginnt - Schutz und Sicherheit von Patientendaten hat für Ärzte oberste Priorität

Wien (OTS) - "Selbstverständlich sind Information und Einwilligung des Patienten Grundvoraussetzung für den Datenaustausch der Ärzte untereinander, der hier geplant ist", betonte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Reiner Brettenthaler. Er hält es aus Gründen des Datenschutzes und der Datensicherheit für "unabdingbar, dass die hochsensiblen Patientendaten ausschließlich dem Arzt-Patientenverhältnis vorbehalten bleiben und keine zentralen Datenspeicher oder Gesundheitsakten mit Patientendaten entstehen." Brettenthaler erinnerte daran, dass das Ärztegesetz hohe Auflagen vorsieht, was die Verwendung, Speicherung und Sicherheit und auch die Weitergabemöglichkeiten von Patientendaten angehe. Der Arzt obliegt einer sehr strengen Verschwiegenheitspflicht.
Eine allfällige elektronische Gesundheitsakte könne mit dem neuen Netz als "virtuelle Krankengeschichte" geführt werden. Hierbei liegen die Patientendaten dezentral auf diversen EDV-Systemen und werden durch ein Vernetzungsprogramm auf Wunsch und nach vorheriger Einwilligung des Patienten durch seinen behandelnden Arzt zu einer virtuellen Krankengeschichte zusammengeführt. Die Voraussetzung für dieses Verfahren würden mit dem neuen Closed-User-Netz der Ärzte geschaffen.

Als Voraussetzung für dieses auf höchster Stufe geschützte Intranet wird seitens der Österreichischen Ärztekammer gemeinsam mit dem Hauptverband ein so genannter Peering Point geschaffen. An diesem elektronischen Verteiler im Internet, werden die Leitungen (e-card-Leitung und ärztliches Datennetz) elektronisch getrennt und zu den beiden Hauptanwendungen weitergeleitet. Durch die verwendeten Tunnelverbindungen und hochmoderne Firewalls wird das höchste Schutzniveau für sensible Patientendaten garantiert: Es sind keine "Irrläufer" von einem Netz zum anderen möglich. Auch ist die Verbindung von Ordination zum Peering Point nur für zugriffsberechtigte Ärztinnen und Ärzte zugänglich.

Für den Betrieb und die Bewirtschaftung des Peering Point gründen Hauptverband und Österreichische Ärztekammer eine gemeinsame GmbH, die sicherstellen soll, dass der Datenaustausch zwischen Ärzten, Sozialversicherung und ihren Partnern auf der Basis dieser gesicherten Infrastruktur erfolgt. Das Unternehmen hat aber auch die Aufgabe einer Koordinationsplattform und definiert etwa Sicherheitsstandards und technische Voraussetzungen.

Die Ärzteschaft stellt mit ihrem - auch finanziell erheblichen -Engagement ihren Innovationswillen unter Beweis. "Es geht uns darum, die Servicequalität unserer Leistungen für die Patienten kontinuierlich zu erhöhen und die Versorgung so reibungslos wie möglich zu gestalten", betonte ÖÄK-Präsident Brettenthaler. Was die e-card selbst anlangt, geht es in ihrer ersten Ausbaustufe nur darum, den Krankenschein abzubilden. In diesem Stadium versprechen sich die Ärzte keine wesentlichen Erleichterungen für den Ordinationsalltag, allerdings auch keine wesentlichen Verzögerungen. Für die Österreichische Ärztekammer wird eine Gruppe von Wissenschaftlern der Wiener Wirtschaftsuniversität jedenfalls überprüfen, ob zusätzliche Verwaltungsarbeiten in den Ordinationen anfallen

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