E-Control: Marktbericht 2004 zeigt gesunkene Wettbewerbsintensität

2. Marktbericht der E-Control gibt einen Überblick über die Fortschritte und Entwicklungen im Strom- und Erdgasmarkt

Wien (OTS) - Seit 1. Oktober 2001 ist der Elektrizitätsmarkt in Österreich vollständig liberalisiert, am 1. Oktober 2002 folgte die Freigabe des Wettbewerbs im Gasmarkt. Der jetzt neu erschienene Marktbericht 2004 gibt einen Überlick über Entwicklungen und aktuelle Geschehnisse im Strom- und Gasmarkt im vergangenen Liberalisierungsjahr wieder. "Auf die durch die Liberalisierung veränderten Marktbegebenheiten haben die Unternehmen vor allem mit Zusammenschlüssen und Kooperationen reagiert, und dies sowohl im Strom- als auch im Gasmarkt.", erläutert der Geschäftsführer der Energie-Control GmbH, DI Walter Boltz. Zielsetzung dabei ist sicherlich die Stärkung der eigenen Marktposition, die Nutzung von Verbundvorteilen und dadurch die Verdrängung potenzieller Mitbewerber. "Vor dem Hintergrund großer Zusammenschlüsse sind weitere Maßnahmen zur Stärkung des Wettbewerbs in Österreich unumgänglich.", ist Walter Boltz überzeugt. Dies gilt aber nicht nur für Österreich. Generell ist innerhalb der EU der Strom- und Gasmarkt trotz einer Vielzahl von Unternehmen regional sehr konzentriert. In den meisten EU-Mitgliedstaaten haben die drei größten Erzeuger einen Marktanteil von zumindest 40 %, in Belgien und Frankreich sogar von über 70%.

Neue Anbieter sind im vergangenen Jahr weder am österreichischen Strom- noch am Gasmarkt hinzugekommen. Die österreichische Energiewirtschaft wird von nur einigen wenigen Unternehmen dominiert, die Marktkonzentration dadurch erhöht. "Die Unternehmen zeigen kaum Interesse, sich außerhalb ihres angestammten österreichischen Versorgungsgebietes zu bewegen und aktiv neue Kunden zu gewinnen. Damit einher geht, dass die Werbeaktivitäten der Energieunternehmen im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen sind. Wenn Werbung, dann wird diese in erster Linie zur Imagapflege, aber nicht zur Kundengewinnung verwendet.", erläutert Walter Boltz.

Gestiegene Energiepreise werden an Kunden weitergegeben, sinkende Netztarife meist nicht

Das vergangene Jahr war auch für Kleinkunden geprägt durch Preiserhöhungen sowohl beim Strom als auch beim Gas. "Auffallend war, dass es mit der behördlich verordneten Senkung der Stromnetztarife Ende 2003 für Kleinkunden kaum Veränderungen des Gesamtpreises gegeben hat, da die meisten Stromlieferanten die Energiepreise im gleichen Ausmaß erhöhten.", zitiert Walter Boltz aus dem Marktbericht 2004.

Ähnliche Situation bei Gas

Die Entwicklung des Erdgaspreises ist vor allem von der Entwicklung der Rohölpreise geprägt, da diese mit einer zeitlichen Verzögerung von sechs Monaten Einfluss auf die Endkundenpreise nehmen. "Aber auch hier zeigt sich, wie das beim Strom auch zu beobachten ist, dass Preiserhöhungen beim Einkauf regelmäßig an die Kleinkunden weitergegeben werden, Preissenkungen jedoch nicht im gleichen Ausmaß.", ärgert sich Walter Boltz.

Der Marktbericht 2004 ist auf der Homepage der E-Control unter www.e-control.at abrufbar und kann unter office@e-control.at bestellt werden.

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