Darabos: Schweres Zerwürfnis mit Schüssel war Grund für Strasser-Abgang

Schüssel wird von seinen Parteikollegen immer weniger verstanden

Wien (SK) Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos wird es immer offensichtlicher, dass der Abgang von Innenminister Strasser nicht aus privatwirtschaftlichen Interessen, sondern aufgrund eines schweren persönlichen und politischen Konfliktes mit Kanzler Schüssel erfolgt ist. "Kanzler Schüssel ist nicht der Teamplayer, den er zu sein vorgibt, er ist ein autokratischer Machtpolitiker, der immer öfter im Alleingang agiert", so Darabos am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Die Aussage Strassers, dass es bei Schüssel "immer nach seinem Schädel gehen muss", ist für Darabos symptomatisch: "Wie es aussieht, wird Schüssel von seinen eigenen Parteikollegen immer weniger verstanden", erinnert Darabos auch an die Aussage des niederösterreichischen Landeshauptmanns Pröll, wonach Schüssel vor allem im Zusammenhang mit den Pensionskürzungen eine bürgerferne Politik betreibe. "Auf Bundesebene", hatte Pröll gemeint, werde eine Politik gemacht, "die die Menschen nicht mitnimmt, das heißt, die meines Erachtens zu ferne vom Bürger ist". ("Niederösterreich heute", 19. August 2004) ****

Als weiteres Beispiel für das Unverständnis für die Schüssel'schen Alleingänge zitierte Darabos den oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer: "Ich bin kein Oberlehrer der Bundespolitik und ich vergebe keine Haltungsnoten, aber für jede Koalition ist wichtig, dass man Politik in einem Stil machen kann, so dass es auch von der klimatischen und menschlichen Seite passt." (Standard, 5. Juni 2004). Tirols Landeshauptmann Van Staa sprach von "Fehlern und Nachlässigkeiten" (Neues Volksblatt, 9. März 2004) und Strasser selbst hatte die Abgehobenheit des Kanzlers lange vor seinem Abgang öffentlich kritisiert: "Politik besteht auch darin, die Sorgen der Leute zu verstehen. Sie müssen ankommen - in den Ministerien, im Bundeskanzleramt." (Standard, 19. Mai 2004)

Darabos gab auch zu bedenken, dass der überstürzte Abgang Strassers auch deshalb nicht in erster Linie aufgrund eines Rufes aus der Privatwirtschaft erfolgt sei kann, weil Strasser offensichtlich noch am sondieren sei und es nicht den Anschein mache, als würde er morgen schon seinen neuen Job antreten können. (Schluss) se

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