Knafl: Ein neues Problem - ich kämpfe weiter für Gerechtigkeit!

Sollen die Pensionisten Melkkühe der Nation werden?

Wien/Trausdorf (OTS) - Im Jahre 1996 wurde zwischen dem damaligen Sozialminister Hums und dem Präsidenten des Pensionistenverbandes Österreichs Pöder und mir in einer Paketlösung vereinbart, dass für die Aktiven eine Krankenscheingebühr eingeführt wird und Pensionisten anstelle dieser eine Erhöhung des Krankenversicherungsbeitrages um 0,25 % zur Kenntnis nehmen.

Heute wird in Trausdorf im Burgenland anstelle des Krankenscheines die neue e-card offiziell vorgestellt. Mit Einführung der e-card entfällt die Krankenschein-gebühr. Diese wird durch eine e-card Gebühr in der Höhe von Euro 10,-- ersetzt.

Die Einnahmen der Krankenscheingebühr der Aktiven betrugen im abgelaufenen Jahr 46,5 Mio. Euro. Der um 0,25 % erhöhte KV-Beitrag der Pensionisten erbringt 65,3 Mio. Euro. Die Differenz beträgt 18,8 Mio. Euro. Durch die e-card Gebühr sinken die Einnahmen von 46,5 Mio. Euro auf maximal 36 Mio. Euro. Die Einnahmen durch die 0,25 % KV-Beitrag bleiben oder werden steigen. Die Differenz steigt daher auf mindestens 29,3 Mio. Euro, d.h., die Pensionisten zahlen um 29,3 Mio. Euro mehr als die Aktiven.

Knafl: "Wo bleibt die Gerechtigkeit? Wenn es 1996 eine Paketlösung war, dann muss dieser Grundsatz auch bei einer Änderung im Jahre 2005 Gültigkeit haben. Nachdem die Aktiven 2005 eine um ein Viertel geringere Belastung haben werden, ist auch bei den Pensionisten die Belastung entsprechend zu senken, d.h. der KV-Beitrag der Pensionisten ist um 0,0625 % zu reduzieren (= ein Viertel der ursprünglichen Erhöhung von 0,25 %)."

Dazu kommt noch, dass im Jahre 2005 durch die Erhöhung des KV-Beitrages der Pensionisten um 0,6 % ein zusätzlicher Betrag von 156,72 Mio. Euro von der älteren Generation für das Gesundheitssystem erbracht wird.

"Ich frage daher die Minister Rauch-Kallat und Herbert Haupt in Trausdorf. Sollen die Pensionisten die Melkkühe der Nation werden oder ist es nicht gerecht, dass auch in der Zukunft für die Krankenversicherung in Österreich die Solidarität von der Geburt bis zum Tod Grundlage der Krankenversicherung sein soll", so Knafl.

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