sBilateraler Handel mit Bosnien-Herzegowina auf Rekordkurs

Premier der bosnischen Entität Republika Srpska Dragan Mikervic mit Wirtschaftsdelegation zu Arbeitsgesprächen in der WKÖ

Wien (PWK930) - Eine hochkarätig besetzte bosnische Wirtschaftsdelegation unter der Leitung des Premiers der bosnischen Entität Republika Srpska, Dragan Mikervic, sowie der Wirtschafts- und Handelsminister, Djordje Lajsic und Borislav Gaspar, traf heute in der Wirtschaftskammer Österreich zu Arbeitsgesprächen mit Bösterreichischen Unternehmen ein. Die Wirtschaftsdelegation mit 20 Unternehmensvertretern wird morgen in der WKÖ ihre Produkte präsentieren.

WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz betonte in seiner Begrüßungsrede die besonders gute Kooperation zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina und insbesondere mit der Republika Srpska auf wirtschaftlichem Gebiet. Die österreichischen Exporte nach Bosnien-Herzegowina stiegen in den ersten neun Monaten 2004 gegenüber der Vorjahresperiode um 11,2% auf 162 Mio. Euro und gleichzeitig verzeichneten die Importe eine signifikante Zunahme um 56,8%. Ausfuhrseitig sind insbesondere Maschinenbauerzeugnisse und bearbeite Waren hervorzuheben, die alleine rund 55% der österreichischen Lieferungen ausmachen. Vor allem die massiv gestiegenen Ausfuhren von Nachrichtengeräten und Pkw waren für diese positive Entwicklung hauptverantwortlich. Schenz: "Das bilaterale Handelsvolumen wird heuer den Rekordwert von 300 Millionen Euro erreichen."

Österreich zählt auch zu den bedeutendsten Auslandsinvestoren in Bosnien. Insgesamt haben österreichische Unternehmen bisher rund 500 Millionen Euro in Bosnien investiert und sind mit 135 Niederlassungen, Beteiligungen oder Joint Ventures vor Ort vertreten. Schenz: "Österreichische Unternehmen werden in den Schlüsselindustrien, wie der papierverarbeitenden und der petrochemische Industrie, sowie auf dem Energie- und Telekommunikationssektor auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen und damit die wirtschaftliche Entwicklung des Landes mitprägen." Um die gut laufenden Wirtschaftsbeziehungen noch voranzutreiben sind vom österreichischen Handelsdelegierten in Sarajevo, Robert Luck, im kommenden Jahr unter anderem eine Marktsondierungsreise nach Banja Luka und verschiedene Fachseminare - speziell zum Thema Privatisierungsprozess - geplant.

Luck sieht Bosnien-Herzegowina wirtschaftlich generell auf dem richtigen Weg. Der industrielle Output legte heuer in beiden Entitäten des Landes signifikant zu. Luck: "Auch in der Republika Srpska, die bis dato der gesamtstaatlichen Wirtschaftsentwicklung etwas nachhinkte, konnte die Industrie erfreuliche Produktionssteigerungen von durchschnittlich 10% verzeichnen." Die holzverarbeitende und die metallverarbeitende Industrie sowie die Lebensmittelindustrie waren wie in der Föderation auch hier Hauptträger des Aufschwungs. Luck: "Die Entwicklung der industriellen Produktion deutet darauf hin, dass nunmehr die Phase eines nachhaltigen Wachstums eingesetzt haben dürfte." Aus rot-weiß-rotem Blickwinkel konnte vor allem die österreichische Baustoff- und Bauhilfsstoffindustrie von dieser Entwicklung profitieren, da sich gerade der Bausektor in einer Boomphase befindet. Auf dem Hochbausektor zeichnet sich das Ende der Wiederherstellungsphase von beschädigten und zerstörten Gebäuden, hin zum Neubau von Wohnhäusern und kommerziell genutzten Gebäuden ab.

Auch der allgemeine Reformprozess läuft zufriedenstellend. So wurde eine Behörde für indirekte Besteuerung einschließlich der entsprechenden Durchführungsvorschriften mit Sitz in Banja Luka etabliert. Die Einführung einer einheitlichen Mehrwertsteuer ist für Juli 2005 vorgesehen und die bisher voneinander unabhängigen drei Elektrizitätsgesellschaften werden zusammengeführt. Generell soll der einheitliche Wirtschaftsraum durch die Einrichtung eines Wettbewerbsrates gefördert werden. Parallel dazu sind Bestimmungen über die gegenseitige Anerkennung von Produkten und die Einführung eines kohärenten und wirksamen öffentlichen Auftragswesens vorgesehen. Damit Unternehmen ihre Dienstleistungen im ganzen Gebiet von Bosnien-Herzegowina ohne unnötige bürokratische Hindernisse erbringen können, sollen die mehrfachen Zulassungs- und Genehmigungspflichten beseitigt und ein einheitliches System der Gewerbeanmeldung eingerichtet werden. (BS)

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