Unfallzone Urlaubsland

Neue Studie des Instituts Sicher Leben beweist: Touristen leben gefährlich - Sicher Leben fordert EU-weite Aktivitäten und Vereinheitlichung der Warnhinweise

Wien (OTS) - Weihnachtszeit ist Ferienzeit. Wenn Schulen und Unternehmen ihre Pforten schließen, haben Reiseveranstalter Hochsaison. Doch das Urlaubsangebot zum Jahreswechsel füllt nicht nur Hotel-, sondern auch Krankenhausbetten: Die jüngst publizierte Studie des österreichischen Instituts Sicher Leben über "Touristenunfälle in der Europäischen Union" (erhoben, als die EU noch 15 Mitgliedsstaaten hatte) kommt zum Ergebnis: Touristen leben gefährlich. "Das Risiko als Urlauber an einem Unfall zu sterben, ist um das vierfache höher als für Einheimische!", verdeutlicht Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts Sicher Leben, das Ausmaß der Problematik.

Jährlich 3.800 tödliche Touristenunfälle in der EU

Die 15 alten EU-Mitgliedsstaaten mit ihren 375 Millionen Einwohnern werden jährlich von 300 Millionen Touristen bereist, meist selbst aus einem EU-Land stammend. Je nach Größe und Attraktionen des Landes rangiert der Anteil der Urlauber verglichen zur Einwohnerzahl zwischen 20 (Deutschland) und 200 Prozent (Österreich). Insgesamt verlieren rund 3.800 Menschen jährlich während einer Reise durch einen Unfall ihr Leben. Besonders gefährdet: Männer zwischen 25 und 64 Jahren aus Deutschland, Holland, Großbritannien und Italien.

Die drei häufigsten Gefahrenquellen: Straßenverkehr, Berge und Meer

Schon die Anreise ins Urlaubsparadies fordert oft einen hohen Blutzoll: Die Hälfte aller tödlichen Touristenunfälle ereignen sich im Straßenverkehr. Selbst die Mobilität vor Ort ist mit Vorsicht zu genießen: Gerade einspurige Fahrzeuge wie etwa die beliebte Vespa sind in hohem Maße in Unfälle verwickelt. Doch auch am Urlaubsort weilt es sich nicht wie in Abrahams Schoß: Ob Bergwandern, Klettern, Flugaktivitäten oder alpiner Wintersport - Gipfelstürmer zählen zu den Hochrisikogruppen unter den Urlaubern. Allein auf Österreichs Pisten verletzen sich jährlich rund 86.000 Menschen, 75 Prozent davon sind ausländische Gäste. Aber auch alle Sonnenhungrige, die es in warme Gefilde am Mittelmeer zieht, sind nicht auf der sicheren Seite:
Schwimmen, Tauchen und andere Wassersportarten fordern jedes Jahr durchschnittlich 340 Todesopfer.

Auf Ursachenforschung: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

"Viele wollen im Urlaub dem heimischen Trott entfliehen, vergessen dabei jedoch, dass Gewohnheiten ja auch Routine und damit Sicherheit bedeuten. Ferienlaune und ungewohnte Aktivitäten an wenig vertrauten Orten führen deshalb oft zur Überschätzung der eigenen Fähigkeiten", schildert Kisser eine der möglichen Ursachen von tödlichen Touristenunfällen. Sprachliche Verständigungsprobleme tragen darüber hinaus dazu bei, dass mögliche Warnungen oder Tipps unbeachtet bleiben.

Sicher Leben fordert EU-weite Aktivitäten und Vereinheitlichung der Warnhinweise

Besonders der Faktor Sicherheit hat als wichtiges Kriterium für die Wahl des jeweiligen Urlaubslandes in den letzten Jahren für die Konsumenten immer mehr an Bedeutung gewonnen. "Wenn man nicht irgendwann massive Rückgänge in den Übernachtungszahlen beklagen will, muss man mehr Aufklärungsarbeit zur Vermeidung von Touristenunfällen leisten!", warnt Kisser. Sicher Leben fordert daher europäische Standards, damit Urlauber künftig einheitlich vor Gefahren gewarnt werden. Auch mehr Aufklärungsmaterial in den Sprachen der Gäste und europaweite Kampagnen zur Bewusstseinsbildung sind anzuraten. Einen weiteren Appell richtet Kisser an Touristik-Dienstleiter: "Klären Sie ihre Gäste in deren Muttersprache über Vorschriften und Risiken am Zielort auf. Idealerweise sind entsprechende Empfehlungen bereits in Aus- und Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter enthalten."

Eine Frage des Geldes?

Wer soll das bezahlen? Diese Frage stellt sich eigentlich nicht, wenn man bedenkt, dass durch Sicherheitsmaßnahmen viel menschliches Leid erspart bleibt und die schönsten Wochen im Jahr auch weiterhin ihrem Namen gerecht werden. Hinzu kommt: Länder, die vermehrt in die Sicherheit ihrer Gäste investieren, werden zukünftig einen immer größeren Wettbewerbsvorteil haben - gerade in der konkurrenzstarken Touristikbranche.

Wien, 15.12.2004

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