"Schauplatz Gericht" am 17. Dezember: Familiendramen auf allen Linien

Geld macht oft nicht glücklich

Wien (OTS) - Weihnachtsfrieden nicht überall: Ehefrau gegen Ehemann, Tochter gegen Vater, Cousin gegen Cousin, Adoptivtochter gegen Sachwalter der Mutter - das sind die Frontlinien in vier gerichtsanhängigen Fällen, die ein weiterer "Schauplatz Gericht" - zu sehen am Freitag, dem 17. Dezember 2004, um 21.20 Uhr in ORF 2 -beobachtet hat.

Arme reiche Dame: "Kein glückliches Leben trotz der Millionen!"

Um über vier Millionen Euro geht es bei der Frage, wer die reiche 90-jährige Frau A. aus Wien in ihren letzten Lebensjahren pflegen darf. Dass dabei nicht nur die Sorge der Verwandtschaft ums Wohlergehen der alten Dame eine Rolle spielt, sondern auch der Wunsch, im Testament bedacht zu werden, weisen die Beteiligten vehement zurück. Erst kürzlich sei Frau A. von den Verwandten aus einem Krankenhaus "entführt" worden, kritisiert eine Haushälterin, die auch in einem der zahlreichen Testamente bedacht wurde, die die alte Dame in den vergangenen Jahren verfasst hat. Inzwischen bemühen sich Zivilgericht, Sachwalter, Rechtsanwälte und einige Ärzte darum, den "wahren" Willen der schon sehr mitgenommenen Greisin herauszufinden. "Eine wirklich arge Geschichte. Ringe verschwinden aus der Villa, Darlehen werden vergeben. Es geht um eine Frau, von der man eigentlich denkt, sie könnte ohne Sorgen leben - in Wahrheit kann sie kein glückliches Leben führen: Um sie herum Sachwalter, Betreuerinnen und Menschen, die sich plötzlich in ihrem Umfeld aufhalten. Mich stört, wie man manchmal mit alten, hilflosen Menschen umgeht. Hier müssten auf jeden Fall Verbesserrungen möglich sein", so Sendungsverantwortlicher Peter Resetarits. Und so ist der Fall der alten Dame auch ein Fall für den "Volksanwalt - Gleiches Recht für alle" am Samstag, dem 18. Dezember 2004, um 17.45 Uhr in ORF 2: Hier geht Peter Resetarits der generellen Frage nach, wie der Staat reiche, aber hilflose Menschen schützt, dass diese u. a. nicht Angst haben müssen, besachwaltet leben zu müssen, entführt zu werden etc.

Wüste Szenen im Burgenland: Cousin gegen Cousin

In Stotzing im Burgenland ist die "Mizzi Tante" der Cousins Franz und Helmut N. verstorben. Ein Vermögen von ca. 150.000 Euro ist jetzt zu erben. Jeder der beiden hat ein eigenhändig geschriebenes Testament der Tante in Händen, das ihn als Erben vorsieht. Aber möglicherweise hat eines davon nicht die Tante selbst geschrieben, sondern der darin ausgewiesene Erbe. So sieht es zumindest ein Gerichtssachverständiger. Bei der Verhandlung kommt es zu einem Familientreffen der besonderen Art und die Nerven liegen dabei ziemlich blank: "Wüste Szenen vor dem Gerichtssaal, wo die Familien aufeinander losgehen - und nicht gerade auf höchstem Niveau", so Peter Resetarits.

Tochter gegen Vater: Zurück in die Türkei?

Die 26-jährige Isin soll nach dem Willen ihres Vaters zu ihrer Familie in die Türkei zurückkehren. Der Vater würde sie gegen ihren Willen verheiraten wollen, sagt sie, im Haus einsperren und außerdem auch immer wieder verprügeln. "Eine attraktive, bildungswillige Frau. Wir verfolgten die vergangenen eineinhalb Jahre die Ereignisse rund um die junge Dame", so Resetarits. Der Vater ist türkischer Staatsbürger, der lange in Österreich gelebt hat. Auch Isin hat die türkische Staatsbürgerschaft und kämpft deshalb seit Jahren vor Behörden und Gerichten darum, nicht in die Türkei zurück zu müssen, sondern in Vorarlberg bei Schwester und Schwager, beide Österreicher, bleiben zu dürfen

Ein Streit zwischen zwei ehemals Liebenden aus St. Pölten endete brutal: Sie sagt, er hätte sie aus Eifersucht brutal zusammengeschlagen, er behauptet, er hätte sich nur verteidigt, weil sie mit einem Messer auf ihn losgegangen sei. Die Geschichte endete vor dem Strafrichter. Beide wurden wegen Körperverletzung angeklagt.

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