Weinzinger: Interventionen der Bauernvertreter verhindern strenge Tierschutzbestimmungen

Rauch-Kallat als Handlangerin der Agrar-Lobby - Mängel höhlen Tierschutzgesetz aus

OTS (Wien) "Unter striktem Ausschluss von unliebsamen ExpertInnen und der Oppositionsparteien wurden die Verordnungen zum Bundestierschutzgesetz erarbeitet", erklärt die Tierschutzsprecherin der Grünen, Brigid Weinzinger, zur heutigen Präsentation der Verordnungen von BMin Rauch-Kallat. "Die Bauernvertreter wussten offenbar genauestens über den Inhalt der Verordnungen Bescheid, denn in der Bauernzeitung vom 9. Dezember war bereits zu lesen, dass ‚was man in zähen Verhandlungen verhindern konnte’".

So wurde z.B. die Schmerzausschaltung bei der Enthornung bei bis zu zwei Wochen alten Kälbern von den Bauernvertretern verhindert. "Das Zerstören der Hornanlage ohne Schmerzausschaltung ist strikt abzulehnen", so Weinzinger. Daher wäre eine Verpflichtung zur Schmerzausschaltung und eine postoperative Schmerzbehandlung vorzusehen gewesen. Inakzeptabel sei auch, dass bestehende elektrische Kuhtrainer bis 2020 weiter verwendet werden dürfen. "Dass sie nur einmal pro Woche eingesetzt werden sollen, ist völlig unkontrollierbar und daher eine Farce," so Weinzinger.

An den tierquälerischen Praktiken in der Schweinehaltung werde sich nichts ändern. Kastrieren und Zähneschleifen bei Ferkeln sollen auch von den Tierhaltern ohne Schmerzausschaltung durchgeführt werden können. "Die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung ist brutale Tierquälerei," so Weinzinger. Auch hier sei die Schmerzausschaltung und eine postoperative Behandlung unabdingbar, wofür ausreichend praxistaugliche Methoden zur Verfügung stünden.
Bei der Heimtierhaltung kritisiert Weinzinger, dass die Zwingerhaltung von Hunden gestattet werden soll. "Die Einzelhaltung von Hunden in Zwingern widerspricht sämtlichen Anforderungen an eine artgerechte Haltung des Rudeltieres Hund", so Weinzinger.

"Rauch-Kallat hat sich als zuständige Ministerin für den Tierschutz zur Handlangerin der Interessen der Agrarlobby gemacht. Offenbar ist sie auch nicht gewillt, den Tierschutzombudsleuten jene starke Position zukommen zu lassen, die ihnen nach dem Bundestierschutzgesetz zusteht", bedauert Weinzinger. So wurden die Bundesländer nicht zu einer einheitlichen Vorgangsweise bei der Bestellung der Tierschutz-Ombudsleute angehalten. In etlichen Bundesländern wie z.B. in Kärnten wurden nur Teilzeitkräfte zu Tierschutzombudsleuten bestellt. Dadurch stehen für dieses zentrale Element für den Vollzug des Bundestierschutzgesetzes viel zu wenig Ressourcen zur Verfügung.

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