VP-Tschirf: Großbauprojekte: Chance oder wirtschaftliches Risiko für den 3.Bezirk?

BV-Stv. Schüller sieht überdimensionierte Einkaufzentren als Geschäftskiller

Wien (VP-Klub) - "Wenn die Großbauprojekte Bahnhof Wien-Mitte und der Zentralbahnhof in der von den Planern gewünschten Form umgesetzt werden, so führen die in deren Rahmen geplanten Einkaufszentren unweigerlich zu einem wirtschaftlichen Niedergang der Geschäftsstraßen im 3. Bezirk. Die Umsetzung der geplanten 70.000 m2 an zusätzlicher Einkaufsfläche bei beiden Projekten würden das Aus für die gewachsene Infrastruktur in deren Umgebung bedeuten", befürchtet der ÖVP Wien Klubobmann und Landstraßer Gemeinderat Matthias Tschirf in einer heutigen gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Landstraßer Bezirksvorsteher-Stellvertreter Georg Schüller.

Grundsätzlich sei gegen den Bau von Einkaufszentren nichts einzuwenden, so Schüller ergänzend, aber sie dürften nicht wie ein Schwamm den angrenzenden Geschäftstraßen die wirtschaftliche Lebenskraft entziehen. "Einkaufszentren sollten Zusatzangebot und Frequenzbringer sein, nicht aber Geschäftekiller durch eine Überlagerung der bestehenden Infrastruktur. Die Größe der Zentren muss an die Gegebenheiten der Umgebung angepasst sein", fordert Schüller.

Siemens Abwanderung als zusätzliche wirtschaftliche Bedrohung

Eine zusätzliche Bedrohung für den Wirtschaftsstandort Wien-Landstraße sieht Tschirf auch in der Auflassung des Siemens Werkes an der Erdberger Lände. "Anfang des Jahres 2004 waren hier noch 3.000 Beschäftigte tätig, heute sind es rund 2.000. Die Umsiedlung in die Siemens -City im 21. Bezirk ist mit einem erheblichen Abwärtstrend in diesem Bezirkteil verbunden. Der Eigentümer sollte umgehend in Kooperation mit den zuständigen Stellen der Stadt Wien Planungen für eine weitere Nutzung und die Ausgestaltung des Areals vorlegen", fordert Tschirf.

BV-Stv. Schüller sieht mit dem Abwanderungsprozess auch handfeste finanzielle Probleme auf den Bezirk zukommen "Bei der Zuteilung der Finanzmittel aus dem Wiener Zentralbudget an die Bezirke werden auch Faktoren wie die Anzahl der ansässigen Betriebe oder der Beschäftigten herangezogen. Die Abwanderung von Siemens und ein zu befürchtender Abwärtsprozess bei den umliegenden Gewerbetreibenden hat ein kleineres Bezirksbudget zur Folge und engt damit den finanziellen Gestaltungsspielraum für den Bezirk stark ein. Erforderliche Investitionen, wie beispielsweise in die Erneuerung der Infrastruktur, müssten verzögert oder sogar ganz gestrichen werden", so Schüller.

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