Bus-Fiasko: Sind die Buchsbäume schuld?

Wiens ÖHV-Präsident Wimmer will "die Busse endlich eingraben"

Wien (OTS) - "Wer gestern das Bus-Fiasko in Wien erlebt hat und heute über seine Ursachen schweigt, trägt Mitverantwortung, wenn das noch Jahre so weiter geht" sagt der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung Wien, Raimund Wimmer, "ganz bewusst auch an die Adresse der Medien". Die Lösung: "Natürlich gehören die Reisebusse vor allem in der Innenstadt weg von der Straße. Aber der Bund blockiert den Garagenbau."

Wenn sich rund 500 Reisebusse auf wenigen, zentralen Verkehrsflächen durch die Stadt drängen, ist die Grenze des Erträglichen erreicht: "So sehr wir uns als Hotellerie, Tourismus und Handel über die vielen Gäste freuen, die hier einkaufen und eine Menge Arbeitsplätze sichern, so klar müssen wir sehen, dass die damit verbundenen Belastungen vielleicht einmal nicht mehr hingenommen werden", sagt Wimmer, Eigentümer der Arcotel-Gruppe. "Dann könnte der Schaden für uns Wiener unendlich viel größer sein als jetzt der Gewinn ist."

Die Lösung liegt nahe - und trotzdem seit Jahren in der Schublade. Die wichtigste der drei geplanten Busgaragen (unter dem Maria-Theresien-Platz; daneben sollen Schönbrunn und Prater entlastet werden) könnte längst die Innenstadt um 50 Busse entlasten, wären da nicht die Tücke eines guten Planes - und drei Bundes-Bremsen am Werk:
Der visionär angelegte Belebungsplan für die Museengruft zwischen Ring und Zweierlinie sieht (auf der Basis der Busgarage) eine Ausweitung der beiden großen Museen und den Bau eines gemeinsamen Eingangsbereiches vor. Aber das Wirtschaftsministerium hält als Eigentümervertreter am Grund das Baurecht noch zurück, die Bundesgärten wissen angeblich keinen Weg, wie man 150 Jahre alte, zum Teil schon löchrige Buchsbäume angemessen ersetzen kann und im Naturhistorischen Museum ist man prinzipiell gegen jede Änderung.

"Wie kann man den Menschen, die hier leben, arbeiten und oft genug als Gäste hierher kommen, dieses Gedränge, diesen Lärm und diesen Gestank noch ein paar Jahre zumuten?", fragt Wimmer weiter. "Wir wissen aus den letzten Jahresbilanzen des Handels, dass uns nur die Busse rausgerissen haben. Und das wird noch stärker werden. Also wäre es unverantwortlich, vor den Belastungen die Augen zu verschließen, die noch größer werden müssen."

Unterstützung bekommt der ÖHV-Sprecher durch eine Studie der Top-Managementberatung A. T. Kearney über die Attraktivität von Wirtschaftsstandorten. Hier schneidet Wien schlecht ab, weil vor allem bürokratische Hürden die Entwicklung und Anpassung der Stadt an das moderne Leben mehr behindern als fördern. A. T. Kearney hat Firmen sogar geraten, sich eher in Prag als in Wien niederzulassen.

"Wien muss wieder besser werden als Prag und andere Städte", sagt Wimmer. Dass Wien sein Garagenkonzept sorgsam entwickle, sei löblich - dringender aber wäre es, den Abbau von bürokratischen Hindernissen "zielgerichtet, offen und offensiv" zu betreiben.

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