PISA-Studie: Kärnten will Zusammenführung von AHS-Unterstufe und Hauptschule

LH Haider stellt Kärntner Vorschläge für mehr Qualität im Schulwesen vor - Zweidrittelmehrheit bei Entscheidungen im Bildungsbereich soll fallen

Klagenfurt (LPD) - Mit dem Bündnis "Zukunft Jugend - Schule Neu" will Kärnten die bundesweite Diskussion zur PISA-Studie nachhaltig beeinflussen sowie wesentliche Verbesserungen im Bildungsbereich bewirken. Schulreferent Landeshauptmann Jörg Haider präsentierte dazu heute, Freitag, in Klagenfurt mehrere Vorschläge. So sprach er sich für eine fünfjährige Volksschule bzw. vier Jahre Volksschule plus ein Jahr verpflichtende Vorschule aus, auch ist er für eine Zusammen-führung von AHS-Unterstufe und Hauptschule zu einer Gesamtschule. Statt eines Schuldirektors sollte sowohl ein pädagogischer Leiter als auch ein organisatorischer Manager an jeder Schule eingesetzt werden. Grundlegend sei außerdem die "Befreiung aus den Fesseln der Zweidrittelmehrheit" bei parlamentarischen Entscheidungen im Bildungsbereich, dafür solle sich auch der Bundespräsident aussprechen. Eine Schulreform sollte mit einfacher Mehrheit möglich sein, forderte Haider.

Kärnten wolle sich im Zusammenhang mit der PISA-Studie nicht an der Polemik, sondern am Finden von Lösungen beteiligen, betonte der Landeshauptmann, der die Studie als Chance für grundlegende Erneuerungen und positive Veränderungen sieht. Wichtig sei u.a., dass die Schule auch zwischenmenschliche Verhaltensformen und Grundtugenden des Zusammenlebens vermittle. "Künstlicher Stress" schon bei Kindern im Volksschulalter sei zu vermeiden.

Für Haider sollte die Grundschule auf eine einheitliche Basis gestellt werden. So sollte die Volksschulzeit auf fünf Jahre ausgeweitet werden, auch die Kindergärten sollten sich stärker als Bildungseinrichtung sehen. Die AHS-Unterstufe und die Hauptschule sollten organisatorisch und inhaltlich in einer Gesamtschule zusammengeführt werden. Der Landeshauptmann forderte weiters, die Sinnhaftigkeit des "Wurmfortsatzes" neuntes Schuljahr zu überdenken. Vom Polytechnischen Lehrgang bis hin zu einem Jahr AHS stünden acht verschiedene Angebotsformen dafür zu Verfügung, was Schüler und Eltern häufig bei der Entscheidung überfordere. Abgesehen davon sollte das neunte Schuljahr viel berufsorientierter sein.

Der Landeshauptmann erteilte außerdem der Überbürokratisierung und Kompetenzaufsplitterung im Schulbereich eine deutliche Absage. Die Verwaltung sollte reduziert werden, um mehr Mittel für die Qualitätsverbesserung im Unterricht zur Verfügung zu haben. Auf Landesebene sollten der Landesschulrat und die Schulabteilung zu einer Schulverwaltungsbehörde zusammengelegt werden. Auch im Bereich der Schulinspektoren sowie landwirtschaftlichen Schulen sollte es einheitlichere Regelungen in Bezug auf die Kompetenzen geben.
Bei den Schuldirektionen ist Haider für eine Zweiteilung der Aufgaben. So sollte es hier einen pädagogischen Leiter und einen organisatorischen Schulmanager geben. Ein Ansatz wäre auch, mehr Verantwortung auf örtliche Ebene zu legen. Ein Schulmanager könnte beispielsweise alle Volksschulen Klagenfurts in baulichen, organisatorischen, usw. Belangen verwalten. Weiters sollten die Schulen die Möglichkeit zur freien Lehrerwahl - etwa aus einem "Landeslehrerpool" - erhalten.

Für die Lehrer forderte der Landeshauptmann laufende, verpflichtende und einheitliche Weiterbildung. Auch solle die Nachmittagsbetreuung massiv ausgebaut werden. So könne der Nachhilfeaufwand verringert werden, weiters könne man den Jugendlichen schülergerechte Ernährung anbieten. Freizeitangebote wie Sport oder Musik könnten so ebenfalls besser genutzt werden. Den Bund forderte Haider daher auf, das Lehrerdienstrechtgesetz in Hinblick auf die Anwesenheitspflicht an der Schule abzuändern, damit das Lehrpersonal für die Betreuung am Nachmittag zur Verfügung stehen müsse.

Bei der heutigen Pressekonferenz ebenfalls anwesend waren die amtsführende Landesschulratspräsidentin Claudia Egger sowie die Landesschulinspektoren Karl Maier und Herbert Torta. Egger kündigte die Bildung einer Expertenrunde aus Vertretern der Universität, der Pädagogischen Akademie und der Lehrerfortbildungseinrichtungen an. Diese Expertenrunde könnte künftig als Bildungsforum institutionalisiert werden und entscheidend im Bündnis "Zukunft Jugend - Schule Neu" mitwirken.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at/index.html

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKL0003