Spielberg: Wollen Steirer noch einen Standort haben?

Mit großer Betroffenheit sieht die steirische Industrie das Ende eines 700 Euro Millionen Projekts für eine strukturschwache Region.

Wien (OTS) - Neben dem direkten Scheitern sind langfristige
Schäden durch die Signalwirkung zu erwarten. Da der Widerstand gegen das Projekt von der Steiermark ausging, stellt sich die Frage der Zukunft der Steiermark als Standort.

Das "Projekt Spielberg" und die damit einhergehenden Investitionen von Euro700 Millionen hätten ein Glücksfall sein können, weit über die Problemstellung des Rennsportes hinaus - darüber waren sich Bürgerinitiativen und Umweltanwalt wohl nicht bewusst! In der struktur-schwachen Region "Aichfeld-Murboden" hätte man durch das Jahrhundert-Projekt neue Akzente setzen und die positive Signalwirkung für alle Bewohner nutzen können. Die mit dem Rennbetrieb einhergehende Bildungsinvestition, die geplante Universität, die neuen Forschungseinrichtungen und nicht zuletzt die international aufsehenerregende Architektur wurden viel zu wenig beachtet.

Angesichts der Misere ist es zu einfach, die Schuld allein auf den Bund abzuwälzen, denn der Ausgangspunkt lag in der Region selbst. Das Scheitern des Projektes am A1 Ring stellt darüber hinaus nur ein Glied in der Reihe spezifisch steirischer "Selbstfesselungsaktionen" dar (380 KV, Bahnausbau, Straßenverbindungen in den Osten). Der steirische Umweltanwalt hat sich nicht nur in diesem Falle als Hemmschuh erwiesen, sondern auch die dringenden Investitionen zwischen Ilz und Ungarn verhindert und in etlichen anderen Projekten wenig lösungs-orientiert agiert! Zudem mutet bedenklich an, dass Bürgerinitiativen in der Steiermark reflexartig Unterstützung erlangen, ohne dass sich über die wahren Intentionen und langfristigen Auswirkungen eindringliche Gedanken gemacht werden. Im Fall von Spielberg liegt der Geruch eigennütziger Finanzinteressen deutlich im Raum.

Das Problem Spielberg geht auch über den Anlassfall hinaus. Es stellt sich die drängende Frage, wie die Steiermark ihre Zukunft als Standort gestalten will. Was wollen wir als Region erreichen? Wie viel sind wir bereit, in unsere Ziele zu investieren? Ist ausreichend Mut vor-handen auch unangenehme Problemstellungen zu lösen?

Gerade das Scheitern eines Projektes einer so bekannten Persönlichkeit wie Mateschitz schlägt international hohe Wellen. Die Steiermark ist angehalten, ihre Position in der Ermöglichung von Projekten zu überdenken. Sonst wird das Signal, dass in der Steiermark nichts geht, zu einer sich nachhaltig erfüllenden Prophezeiung. Oder Spielberg wird doch zu einem wirksamen Schock.

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