Biotreibstoffe und grüne Stromerzeugung - der deutsche Weg

Eindrücke zur Pressefahrt des Österreichischen Biomasse-Verbandes vom 1. bis 4. Dezember 2004 nach Deutschland

Wien (OTS) - "Wir haben eindrucksvolle Beispiele gesehen, welch breite Palette es derzeit am Sektor der Stromerzeugung und der Treibstoffproduktion aus Biomasse gibt bzw. welch gewaltigen Entwicklungen sich in Zukunft abspielen werden", resümierte Dr. Heinz Kopetz, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes, bei der Journalistenfahrt in Deutschland. "Besonders die bereits bestehenden Pilotanlagen und die im Bau befindlichen Fabriken haben gezeigt, dass unsere deutschen Nachbarn den Österreichern bei den Biotreibstoffen weit voraus sind", so Kopetz weiter.

Was die Ökostromerzeugung betrifft, so wären die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland Garant für eine forcierte Nutzung ebenso wie für eine ausreichende Forschungstätigkeit, denn ohne finanzielle Stützung der Ökostromproduktion wären technische Weiterentwicklungen in Richtung höhere Wirkungsgrade, effizientere Technologien etc. - wie etwa das Brennstoffzellenprojekt in Berlin -nicht möglich. "Für Österreich kann man das leider nicht behaupten. Die drohende Änderung des Ökostromgesetzes verspricht eine deutliche Verschlechterung der Bedingungen." Dr. Kopetz betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Windenergie, denn auch wenn die Biomasse einen wertvollen Beitrag zur grünen Stromerzeugung liefern könnte, so hat die Windkraft eindeutig die größten Potenziale und wird bei den derzeitigen Steigerungen der Öl- und Gaspreise bald mit der Stromproduktion aus Gas konkurrenzfähig sein. "Für Österreich könnte somit mit einem Ausbau der Wasserkraft und einem Mix von Windenergie, Strom aus Biomasse und Solarenergie die Abhängigkeit von Strom- bzw. Öl- und Gasimporten drastisch reduziert werden", so der Vorsitzende.

Hinsichtlich der Produktion von Biotreibstoffen war es sehr beeindruckend zu sehen, welche Investitionen getätigt werden, sei es

  • die neu entstehende Bioethanolfabrik in Zeitz oder
  • die Pläne der Firma Choren für die Erzeugung von Diesel aus Holz.

Hier bleibt abzuwarten, wie sich diese Technologie am Markt durchsetzen wird und in welchen Größenordnungen die Produktion -aufgrund der Rohstoffversorgung bzw. der Marktanforderungen -sinnvoll möglich sein wird. Für Österreich als Waldland ist die Dieselerzeugung aus Holz in Anlagen bis zu einer Größenordnung von 500.000 bis 1.000.000 Festmeter jedenfalls eine neue, interessante Perspektive.

Abschließend betont Dr. Kopetz die Wichtigkeit eines übergreifenden Denkansatzes: "In der Biomasseszene gibt es verschiedene Strömungen - die einen wollen alle Anstrengungen auf die Stromproduktion fokussiert wissen, die anderen auf den Wärmesektor, die dritten auf die Treibstofferzeugung. Es ist wichtig, dass wir in allen drei Energiebereichen Fortschritte erzielen, und ich wünsche mir, dass hier untereinander kein Konkurrenzdenken mögliche Entwicklungen verhindert." Wobei aus der Sicht des Österreichischen Biomasse-Verbandes gesagt werden muss, dass unsere Stärken in Österreich eindeutig auf dem Gebiet der Wärmegewinnung liegen. Als klassisches Waldland ist das Heizen mit Holz eine natürliche Sache. "In Zukunft wird allerdings die Stromproduktion aus Holz und möglicherweise auch die Treibstoffproduktion aus Holz an Bedeutung zunehmen müssen, um Versorgungssicherheit und Umweltziele zu erreichen."

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