Kyoto-Protokoll: SPÖ-Krainer bedauert Entscheidung der US-Regierung

"Bilanz des Grauens" - Zahl der Naturkatastrophen verdreifacht

Wien (SK) "Ich bedaure zutiefst, dass die amerikanische
Regierung den Zusammenhang der Klimaerwärmung und der Naturkatastrophen leugnet und das Kyoto-Protokoll noch immer nicht ratifiziert hat", sagte SPÖ-Umweltsprecher Kai Jan Krainer. Es sei erwiesen, dass Kohlendioxid (CO2) der Haupttäter in Sachen Klimaerwärmung ist, betonte Krainer mit Hinweis auf die Studie des UN-Klimagremiums Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). "Jährlich quellen fünf Milliarden Tonnen CO2 aus Fabrikschloten, Kaminen und Auspuffen. Der Mensch hat Schuld am Klimawandel", so Krainer am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die Zahl der Naturkatastrophen hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten verdreifacht. Laut einer Statistik belaufen sich die volkswirtschaftlichen Schäden durch Unwetter und Naturkatastrophen in den letzten zehn Jahren auf 410 Milliarden Dollar, erläuterte Krainer. Die verheerende Bilanz der Hurrikan-Saison 2004 beweist die dramatische Entwicklung der hausgemachten Klimaveränderung deutlich. Durch Wirbelstürme wurden zwischen 1. Juni und dem 30. November mehr als 2000 Menschen getötet, davon allein 150 in den USA. Allein in Florida richteten die Stürme Schäden in Höhe von 32 Milliarden Euro an.

IPCC prophezeit, dass sich die globalen Durchschnittstemperaturen um 1,5 bis 5,6 Grad Celsius bis 2100 erhöhen werden. Parallel dazu könne der Meeresspiegel um neun bis 88 Zentimeter steigen. In einer wärmeren Atmosphäre kann sich mehr Wasserdampf bilden, die Folgen davon sind stärkere Regenfälle und Unwetter. "El Nino" (das Christkind) werde in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen, so Krainer weiter. Klimaexperten vermuten, dass sich bereits jetzt ein neuer, viel heftigerer "El Nino" aufbaut. Sie haben einen direkten Zusammenhang zwischen der "El Nino"-Stärke und dem CO2 Gehalt in der Atmosphäre festgestellt. Fazit: Je mehr CO2 weiterhin in die Atmosphäre kommt, desto heftiger wird der nächste "El Nino" ausfallen. "Auch wenn Europa vom Christkind verschont bleibt, so werden in den nächsten Jahren die Ernten magerer und die Stürme und Sturmfluten sich mehren", warnt Krainer.

Wenn auch die positiven Folgen des Kyoto-Reduktionsziels von 5,2 Prozent äußerst gering seien, sei eine Ratifizierung von den USA und von China unerlässlich. Vor allem weil die USA weltweit die meisten Treibhausgase produzieren. "Selbst wenn man die globale Veränderung des Klimas nicht mehr stoppen kann, so sollte man doch versuchen das Ausmaß zu beeinflussen", so der SPÖ Umweltsprecher abschließend. (Schluss) wf

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