MKV zu Gehrer: Gesamtschul-Forderung nicht nachgeben!

Wien (OTS) - Den Medienberichten, wonach Bundesministerin Gehrer nicht mehr dezidiert gegen eine Gesamtschule eintritt, kann der Bundesobmann des Mittelschüler-Kartell-Verbandes, Georg Hanschitz, nichts abgewinnen. "Die Regierung muss jetzt einen kühlen Kopf bewahren. Wir dürfen ein grundsätzlich gutes Schulsystem nicht ohne weiteres gegen die Vision einiger linker Bildungspolitiker eintauschen!", so Hanschitz.

Berufsbildende Schulen als Problemstellen

Bereits seit mehr als zehn Jahren warnt der Mittelschüler-Kartell-Verband davor, den Berufsbildenden Schulen zu wenig Beachtung zu schenken. Dass die versäumte Qualitätssicherung Folgen hat, zeigt sich anhand der PISA-Ergebnisse recht deutlich:
"Während die Höheren Schulen größtenteils besser als die topplatzierten Finnen abschneiden, sind die Hauptschulen und die Berufsbildenden Schulen beim Ergebnis weit darunter."

Hanschitz fordert daher eine umfassende Reform der Haupt- und Berufsbildenden Schulen. "Das differenzierte System hat große Vorteile, es ist aber daher auch schwieriger aktuell zu halten. Nur dürfen wir nicht den Fehler begehen und uns vor dieser Herausforderung verstecken und den Schülerinnen und Schülern damit die Wahlmöglichkeit nehmen. Wenn Gehrer zu einer Bildungsdiskussion über das Schulsystem einlädt, sind wir gerne mit konstruktiven Vorschlägen dabei!", betont Hanschitz.

Integrationsdruck steigern

Große Bedeutung beim schlechten Abschneiden der Hauptschulen räumt der MKV-Bundesobmann dem hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen mit nicht deutscher Muttersprache in den betroffenen Schultypen ein: "Vor allem in Wien ist die Situation äußerst bedenklich. Hier liegt der Anteil an Schülern mit einer nicht deutscher Muttersprache in den Hauptschulen bei 47%, bei den Polytechnischen Schulen bereits bei 51%. Integration ist wichtig und notwendig, aber nur bis zu einem bestimmten Grad möglich, hier wird man sich etwas einfallen lassen müssen."

Dass die Gesamtschule vor allem hier keinen Lösungsansatz bietet, sieht Hanschitz nur als eine von vielen Schwachstellen der von der SPÖ angepriesenen Alternative. Hier gilt es, den Integrationsdruck zu steigern. Mehr begleitende Deutschkurse und Informationskampagnen, die die betroffenen Eltern auch tatsächlich erreichen, sind sicherlich zielführender, als einfach alle Schüler in die gleiche Schule zu schicken und damit die für eine pluralistische Gesellschaft so wichtige Vermittlung verschiedener Ausbildungen aufzugeben.

"Gib jemandem einen Hammer in die Hand und jedes Problem sieht aus wie ein Nagel. Für die SPÖ-Bildungspolitiker ist der Hammer wohl die Gesamtschul-Lösung", stellt Hanschitz abschließend fest, "Bildungspolitik ist aber keine Hau-Drauf-Angelegenheit, sondern ein sensibler gesellschaftlicher Bereich. Die SPÖ soll den Gesamtschul-Vorschlag deshalb schnell wieder zurück in die Schublade stecken und sich mit ernsthaften Lösungsansätzen beschäftigen."

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Georg Hanschitz
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