"Neues Volksblatt" Kommentar: "Leistung" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 7. Dezember 2004

Linz (OTS) - =

Es wird vermutlich noch einige Zeit dauern, bis die
wirklichen Experten ihre Meinung zur PISA-Studie im Allgemeinen und zum österreichischen Schulsystem im Besonderen abgegeben haben. Das ehrt jene, die sich zuerst mit dem Ergebnis auseinander setzen wollen, ehe sie sich ein Urteil erlauben. Denn, mit Verlaub gesagt, so ziemlich alles was bisher an Bewertungen abgegeben wurde, entspricht den üblichen Schnellschüssen, damit man halt in der Diskussion vorne dabei ist. Das ist auch das große Manko der PISA-Studie. Ihre Veröffentlichung wird zum Hochamt der Bildungspolitik stilisiert, die von der OECD verhängte Sperrfrist macht es umso lustiger, vorab irgendwelche Details hinauszutragen -zumal, wenn man glaubt, damit politisch punkten zu können. Überhaupt ein Kuriosum in Sachen Bildung ist es hier zu Lande, dass man zwar in kollektives Jammern ob der schlechten PISA-Studie verfällt, sich aber nicht wundert, dass es für viele Promis zum guten Ton gehört, sich schlechter schulischer Leistungen zu rühmen. Vielleicht sollten jene mehr zu Wort kommen, die gute Leistungen geil oder cool finden.

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