Sima: Bau des Wiental Kanals voll im Zeitplan

Knapp 400 Meter Vortrieb seit Tunnelanstich geschafft

Wien (OTS) - "Der Wiental Kanal hat wesentliche Bedeutung für die weitere Verbesserung der Qualität der Wiener Gewässer. Mit dem gleichzeitigen Ausbau der Hauptkläranlage Simmering, den Kanalbauten am Liesingbach und der innovativen Wiener Kanalnetzsteuerung kann künftig verhindert werden, dass Schmutzwasser aus der Kanalisation in die Wiener Flüsse gelangt", betonte die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima am vergangenen Samstag anlässlich der Besichtigung der Wiental Kanal-Baustelle im Stadtpark. Der 136 Meter lange "Bohrwurm", eine eigens für das Projekt konstruierte Erddruckschildmaschine, hat schon knapp 400 Meter seines insgesamt 2.600 Meter langen Wegs zum Zielschacht im Ernst Arnold-Park in Wien-Margareten zurückgelegt. "Damit liegen die Arbeiten voll im Zeitplan", so Sima, "mit Fertigstellung des Wiental Kanals, der als riesiger Speicher dienen wird, wird der Wienfluss zum saubersten Stadtfluss Europas. Ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität in Wien." In 30 Metern Tiefe entsteht derzeit der Tunnel mit einem Durchmesser von 8,6 Metern, täglich werden 1.200 Kubikmeter Erdreich ausgehoben. Sima, die die Patenschaft für den Tunnel übernommen hat, dankte bei der Barbara-Feier auf der Baustelle den Mineuren für ihren Einsatz: "Die Arbeit unter Tage ist schwer und gefährlich. Ich wünsche allen Beteiligten, dass der Bau des Wiental Kanals auch weiterhin unfallfrei verläuft."

So funktioniert der Tunnelbau

Auf seinem Weg zum Ernst-Arnold-Park frisst der 1.090 Tonnen schwere "Bohrwurm" 150.000 Kubikmeter Erde. Allein das Schneidrad -mit insgesamt 141 Schälmessern, 24 Schneidrollen und 16 Räumwerkzeugen - wiegt 120 Tonnen. Das abgegrabene Erdreich wird zu Brei verarbeitet und von einer Schnecke an die Oberfläche transportiert. Gleichzeitig erfolgt die Auskleidung der schon gegrabenen Teile der Kanalröhre mit Stahlbetonteilen. Insgesamt sind 10.400 Einzelbausteine, so genannte Tübbinge, dafür nötig. Die Gesmtkosten für den Tunnelabschnitt belaufen sich auf 82,7 Millionen Euro.

Innovativer Gewässerschutz für Wien

Mit dem Wiental Kanal wird in Wien erstmals ein Entlastungskanal unter einem Flussbett errichtet. Nach seiner endgültigen Fertigstellung im Frühjahr 2006 - nach Abschluss der Bohrung im März 2005 sind noch die Verbindungen zu den bestehenden Wienfluss-Sammelkanälen herzustellen - kann er bis zu 110.000 Kubikmeter Abwasser speichern. Hintergrund für das Umweltschutz-Projekt: Die Wienfluss-Sammelkanäle waren bei starkem Regen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen. Durch den Regen verdünntes Kanalwasser, so genanntes Mischwasser, gelangte in den Wienfluss. Mit dem neuen Wiental Kanal gehört das der Vergangenheit an. Er dient als Stauraum, nach Abklingen der Regenfälle kann das Wasser durch die "Wiener Kanalnetzsteuerung" - einem aufwändigen elektronischen Steuer- und Pumpsystem ausgestattet, das vollautomatisch in Aktion tritt - kontrolliert zur Hauptkläranlage Simmering abgeleitet werden. Der 2005 abgeschlossene Ausbau der Hauptkläranlage und der Bau des Liesingbachkanals sind weitere Beiträge zur Steigerung der Wasserqualität der Donau, des Donaukanals, der Liesing und des Wienflusses auf Gewässergüte 2- 3. Durch die sinnvolle Doppelnutzung des Kanalsystems als Speicher und Abwasserabfluss ersparte sich die Stadt Wien den Bau von Überlaufbecken und damit rund 52 Millionen Euro.

Technische Daten zum "Ulli"-Tunnel

o Tunnellänge: 2.600 Meter
o Maschinentyp: Erddruckschild
o Schneidraddurchmesser: 8,6 Meter
o Tunnel-Ausbruchsdurchmesser: 8.640 mm (Schneidrollen)
o Schneidradantriebsleistung: 2.000 kW
o Gesamtvortriebskraft: 6.400 Tonnen
o Gesamte Leistung: 4.000 kVA
o Elektrik - installierte Trafoleistung: 2x2.000 kVA
o Installierte elektrische Leistung: 3,5 Megawatt
o Vortriebsanlage-Gesamtlänge inkl. Nachläufer ca. 136 Meter
o Vortriebsanlage-Gesamtgewicht: 1.090 Tonnen
o Vortriebsleistung: 20 Meter/Tag

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(Schluss) wög

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