45 Stunden pro Woche: Österreicher arbeiten europaweit am längsten - Arbeiterkammer gegen weitere Ausdehnung

Linz (OTS) - In ganz Europa wird kürzer gearbeitet als in Österreich. "Mit 45 Stunden pro Woche arbeiten Österreichs Beschäftigte schon jetzt zu lang", weist AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer auf die hohe zeitliche Belastung der heimischen Vollzeitbeschäftigten am Arbeitsplatz hin.

"Eine Ausdehnung der Normalarbeitszeit ist weder gerecht noch notwendig", lehnt Kalliauer alle Verlängerungsforderungen ab, die einer Lohnkürzung (Streichung von Überstundenzuschlägen) gleichkommen. "Auch der Erhalt des arbeitsfreien Sonntags für möglichst viele Menschen ist aus sozialen und familiären Gründen unverzichtbar", spricht sich der AK-Präsident gegen eine, auch gesetzlich unerlaubte, 7-Tage-Daueröffnung aus.

Laut Eurostat-Erhebung arbeiten in Österreich fast 690.000 Menschen sonntags, am Samstag sind es mehr als 1,2 Millionen Beschäftigte (Werte Frühjahr 2004). Damit sind in Österreich vergleichsweise viele Menschen von Wochenendarbeit betroffen.

"Besonders belastende und unsoziale Arbeitszeiten sind zu begrenzen", fordert Johann Kalliauer, "denn an erster Stelle müssen die Gesundheit der Arbeitnehmer-/innen sowie Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben stehen". Im Jahr 2003 lag der EU-Durchschnitt in Sachen Sonntagsarbeit bei 6,9 Prozent aller Erwerbstätigen - dieser Wert sollte auch in Österreich (12,9 Prozent) erreicht werden. Bei der Samstagsarbeit liegt Österreich mit 22,3 Prozent um mehr als ein Drittel über dem EU-Schnitt von 16,3 Prozent.

"Werden Arbeits- und Öffnungszeiten liberalisiert, also ausgedehnt, wird auch nicht mehr gekauft", weist Kalliauer auf einen häufig gemachten Trugschluss hin. Denn den Konsumenten mangelt es an Einkommen. Ein österreichischer Arbeitnehmer hat heute netto und inflationsbereinigt weniger Geld in der Tasche als 1995, was natürlich die Kaufkraft und die Konsummöglichkeiten beschränkt. Werden in dieser Situation auch noch Überstundenzuschläge gestrichen, kommt es zu einer Lohnkürzung, die nochmals die Nachfrage dämpft.

Angesichts der dauerhaft hohen Arbeitslosigkeit ist für Kalliauer klar: "Eine Ausdehnung der Arbeitszeit steigert den Arbeitsdruck auf die Beschäftigten, verringert die Jobchancen Erwerbsloser und verfestigt bzw. erhöht die Arbeitslosigkeit." Tatsächlich wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sieht der AK-Präsident in einer Stärkung der privaten Kaufkraft, einer Aus- und Weiterbildungsoffensive sowie der Umsetzung öffentlicher Infrastrukturvorhaben.

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