PISA Diskussion öffnet notwendigen Reform-Slot für eine SCHULE.NEU

IV-GS Beyrer: Industrie drängt auf Schulstrategie bis März 2005 inklusive Reformen im Naturwissenschaft- und Technikunterrricht

Wien (OTS) - Wien/PdI "Die PISA Studie ist ein Warnschuss zur rechten Zeit, bietet aber auch die Chance die Reformgeschwindigkeit und den Reformumfang im Schulbereich zu beschleunigen und ideologische Mauern zu durchbrechen", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Markus Beyrer. In den vergangenen Tagen zeigt sich breiter parteiübergreifender Konsens und breiter Willen zur Reform über die Parteigrenzen hinweg . Dieser "Reform-Slot" muss nun genützt, und auch von der Lehrervertretung unterstützt werden.

Für die Industrie ist vor allem das schlechte Abschneiden der österreichischen Schülerinnen und Schüler im Bereich Naturwissenschaften und Technik beunruhigend. "Österreich hat in diesem Bereich ohnehin Aufholbedarf in allen Bildungssektoren, ein weiteres Zurückfallen kann sich der Standort nicht leisten. Ohne gut ausgebildete Technikerinnen und Techniker sowie Naturwissenschafter und Mathematiker werden wir den Standortwettbewerb der Zukunft nicht gewinnen können. Scientific literacy ist das fachliche Rückgrat des Innovationsstandorts Österreich."

Die Industrie nehme durchaus zur Kenntnis, dass einige wichtige Reformen - wie die Leadership Academy zur Professionalisierung des Schulmanagements, die Entwicklung von pädagogischen Hochschulen, die umfassende Initiative "IMTS3" zur nachhaltigen Verbesserung des Unterrichts in Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik oder die Einrichtung Pädagogischer Hochschulen - eingeleitet wurden und nicht zuletzt eine Zukunftskommission einberufen wurde, die wichtige Grundlagen für eine breitangelegte Schulreform erarbeitete.

"Alle diese Maßnahmen müssen nun gebündelt und verstärkt sowie durch weitere Maßnahmen - auf Grundlage von Ableitungen aus der PISA Studie - ergänzt werden", betonte der IV-Generalsekretär. Der angekündigte Reformdialog muss zu einem klaren Commitment der Schulverantwortlichen führen. Die Industrie fordert daher die Fertigstellung eines -durch die Einberufung der Zukunftskommission begonnenen - umfassenden Reformkonzepts ("Bildungsplan 2012") und die Vorlage eines Maßnahmenpakets von kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen bis März 2005. Diese sind - begleitet durch ein Monitoring durch eine Taskforce SCHULE.NEU - im Zeitraum 2005 bis 2009 mit der Zielsetzung umzusetzen, bis PISA 2006 (Schwerpunkt Naturwissenschaften) klare Anzeichen von Fortschritten und in der PISA Erhebung 2009 signifikante Rangverbesserungen zu erzielen.

Wichtige thematische Eckpunkte des Schulreformkonzepts aus der Sicht der Industrie sind:
1.Die Einrichtung einer Taskforce SCHULE.NEU: Steuerungsgremium zur Koordination des Gesamtprozesses bis 2012 im BMBWK unter Einbindung zukünftiger "Abnehmer"
2.Schwerpunktpaket Naturwissenschaften ("scientific literacy") 3.Umfassende Schulautonomie
4.Individualisierung des Unterrichts (inkl. Förder- und Unterstützungsstrukturen)
5.Moderne Konzepte für die Unterrichtsgestaltung zur Hebung des Qualifikationspotentials der Kinder und Jugendlichen
6.Reform der Lehreraus- und Weiterbildung sowie des Lehrerdienstrechts
7.Einrichtung von Monitoringstrukturen sowie Beratungsstrukturen für LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen.

Überprüft sollten die Fortschritte durch einen zweijährigen Bildungsbericht werden.

Die IV wird in den nächsten Tagen auf Grundlage der bereits im Frühsommer 2003 veröffentlichten Publikation SCHULE.NEU.DENKEN die oben angeführten Eckpunkte ausführen und in den Reformdialog einbringen.

Rückfragen & Kontakt:

IV-Newsroom
Tel.: (++43-1) 711 35-2306
Fax: (++43-1) 711 35-2313
info@iv-newsroom.at
http://www.iv-net.at/medien

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0001