Wiener Jugendanwälte: PISA - Chancengipfel nicht Krisengipfel

Kinder haben ein Recht auf (individuelle) Bildung

Wien (OTS) - PISA macht nun deutlich, was bereits bekannt ist:

Unser selektives Schulsystem prägt den Weg vieler Kinder bereits in der Volksschule.

Besonders arme Kinder sind davon betroffen, so Pinterits und Schmid. Sie "landen" viel häufiger in Sonderschulen oder in Polys.****

Viele Kinder schaffen erst gar keine fertige Ausbildung und müssen in Hauptschulabschlusskursen ihren Abschluss machen.

In die Kinder- und Jugendanwaltschaft kommen immer öfter Jugendliche, die kaum eine Chance haben in unserer Gesellschaft weiterzukommen, da sie den Anforderungen nur schlecht gewachsen sind.

Sie haben keinen Schulabschluss und wenn wir mit ihnen Bewerbungsschreiben formulieren wird deutlich, dass sie nur in der Lage sind, sich in einer Art Lautschrift auszudrücken.

Es ist nun eine Frage der politischen Verantwortung und des politischen Willens, dass aus der derzeit bestehenden Krise ein kinderfreundliches Schulsystem entsteht, das alle Kinder je nach ihrer Begabung fördert.

Vielleicht ist das Schulsystem in Finnland wirklich eines, das wir in Österreich übernehmen könnten - fern aller parteipolitischen Querelen - ein System, in dem Kinder, LehrerInnen und Eltern partnerschaftlich kooperieren mit dem Ziel Kindern das bestmöglichste auf ihrem Weg mitzugeben. Dazu gehören auch Freude und Spaß an der Schule, sowie die Forderung der Kreativität von Kindern.

Kinder lernen auch beim Spielen und in ihrer Freizeit.

Schule sollte ein Platz sein, an dem Kinder auch soziale Fähigkeiten erwerben sollen - Fähigkeiten wie Toleranz und Konfliktlösung.

Zur Zeit ist der Ruf nach einem Krisengipfel in aller politischer Munde - nur ist zu befürchten, dass wieder nur bildungspolitische Konzepte erstellt werden. Wenn aber PISA nicht mehr in aller Munde ist, wird der Wille zur Reform wieder erlahmen.

Die Kinder und Jugendanwaltschaft fordert aus diesem Grund die Schaffung einer unabhängigen Kommission bestehend aus SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen, Wirtschaft ... also aus sämtlichen gesellschaftlich relevanten Gruppen, deren Aufgabe es ist, ein Konzept einer Schule für alle Kinder zu erstellen und das auch die Umsetzung dieses Zieles kontrolliert und vorantreibt.

Bildung sollte gesellschaftspolitischer Schwerpunkt sein und nicht vom Gestaltungswillen einzelner Personen alleine abhängen.

Rückfragen & Kontakt:

Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
DSA Monika Pinterits/Herr Dr. Anton Schmid
Tel: (++43-1) 1708

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