VEÖ: Österreichs Stromkunden sind Liberalisierungsprofiteure

Gesprächsbereitschaft zu fairen Netztarifverhandlungen

Wien (OTS) - "Es darf jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass die Liberalisierung in Österreich gescheitert ist: Sowohl die Haushaltskunden wie auch die Wirtschaft haben - wie dies auch der erste Zwischenbericht der Bundeswettbewerbsbehörde zur österreichischen E-Wirtschaft zeigt, - profitiert", betonte Ulrike Baumgartner-Gabitzer, Generalsekretärin des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen (VEÖ).****

Laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) brachte die Liberalisierung den Stromkunden Einsparungen von rund 700 Mio. Euro pro Jahr. Rechnet man die Ersparnisse aus den beiden bereits erfolgten Netztarifkürzungen hinzu, ergibt sich daraus eine Gesamtersparnis für die heimischen Stromkunden von rund einer Milliarde Euro. "Diese beeindruckende Zahl sollte man gerade angesichts der derzeitigen Diskussionen über den österreichischen Elektrizitätsmarkt im Auge behalten", warnte Baumgartner-Gabitzer davor, das Kind mit dem Bade auszuschütten.

Wettbewerb bei Industriekunden intakt

Für einen funktionierenden Wettbewerb am österreichischen Markt spricht jedenfalls der jüngste EU-Benchmarking-Bericht, bei dem für den Business-Bereich in Österreich eine im EU-Vergleich hohe Wechselrate von 15 Prozent ausgewiesen wird. "Dies wird von der EU als funktionierender Wettbewerbsmarkt kommentiert und ausgewiesen", erläuterte Baumgartner-Gabitzer. Und der Bericht der Bundeswettbewerbsbehörde hält zwischen Oktober 2002 und September 2003 einen Anstieg der Wechselrate bei den Haushaltskunden gegenüber dem ersten Liberalisierungsjahr von neun Prozent fest.

Heimische Strompreise im europäischen Vergleich günstig

Die Strompreise für industrielle Großverbraucher (ohne Steuern) waren in Österreich im 1. Halbjahr 2004 die zweitgünstigsten unter den Ländern der ehemaligen EU-15 und liegen heute 40 Prozent unter dem Niveau von 1995. Und auch die Strompreise (ohne Steuern) bei den Haushalten liegen im Vergleich der ehemaligen EU-15 immer noch im guten Mittelfeld und 20 Prozent unter denen von 1995.

"Markt" darf trotzdem nicht als Synonym für "immerwährende Preissenkungen" gesehen werden, und dafür, dass durch Steuern und Abgaben nach der Marktöffnung ein guter Teil der Endkunden-Ersparnis wieder wettgemacht wurde, kann die heimische E-Wirtschaft nicht zur Verantwortung gezogen werden.

Elektrizitätsunternehmen zu Netztarifverhandlungen gesprächsbereit

Die Generalsekretärin des VEÖ zeigte sich - auch zum Thema Netztarife - jederzeit gesprächsbereit: "Wir sind und waren immer gesprächsbereit und stehen auch zu einer gerechtfertigten Regulierung", so Baumgartner-Gabitzer. Die Tarifsenkungen müssten jedoch nach klaren, nachvollziehbaren Kriterien vor sich gehen. Baumgartner-Gabitzer sprach sich für faire Netztarife aus, die die wirtschaftliche Realität abbilden müssten und den Unternehmen Spielraum lassen für die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur: "Schließlich - so haben Umfragen gezeigt, - ist Versorgungssicherheit den Kunden oberste Priorität.

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