Mitterlehner: Österreichs Schulsystem nicht krank jammern, sondern Reformen rasch umsetzen

Bei PISA von Vorzeigeländern lernen - Österreichs Betriebe klagen seit Jahren über Mängel von Schulabgängern

Wien (PWK907) - Die WKÖ sieht die PISA-Ergebnisse für Österreich nicht als nationale Katastrophe, aber als "Schuss vor den Bug" und als Warnsignal, die anstehenden Reformen zügig umzusetzen, wie Reinhold Mitterlehner, stv. Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), feststellt. "Die österreichische Wirtschaft musste in den letzten Jahren leider allzu oft feststellen, dass es um die Eingangsvoraussetzungen der Lehranfänger nicht allzu gut bestellt ist. Viele Betriebe klagen darüber dass Jugendliche, die einen Lehrberuf wählen, in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen doch gravierende Mängel aufweisen. Insofern sind die aktuellen PISA-Ergebnisse für uns nicht wirklich überraschend."

Es gehe jetzt aber nicht darum, Schuldige zu suchen und das gesamte Schulsystem krank zu jammern, sondern um ein rasches Vorantreiben der Reformen im Schulwesen in Österreich. Hier seien mit der vom Bildungsministerium eingeleiteten Schulreform "Klasse:Zukunft" schon richtige Maßnahmen, wie etwa die Einführung von Bildungsstandards, gesetzt worden. "Reformbremsen müssen gelöst werden", so Mitterlehner, dem in diesem Zusammenhang auch die Aufhebung der Zweidrittel-Mehrheit im Parlament für Bildungsfragen - wie von SPÖ-Bundesparteiobmann Gusenbauer gestern angesprochen -überlegenswert erscheint.

Jedenfalls sollte man Anleihen bei positiven Benchmarking-Beispielen wie Finnland, Kanada und Neuseeland nehmen. In einer kürzlich erschienenen Studie von WKÖ und ibw wurden die Systeme dieser Bildungs-Vorzeigeländer analysiert. "Dabei wurden zwei Erfolgsfaktoren quer über alle diese Länder festgestellt: auffällig wenig Schulbürokratie mit einer geringen Anzahl zuständiger Behörden, sowie eine funktionierende - weil bereits länger "gelebte" -Schulautonomie inkl. ständiger Qualitätskontrolle." stellt Mitterlehner fest. "Hier hat Österreich erst die Weichen gestellt, während in anderen Ländern bereits die Züge auf den richtigen Geleisen fahren."

Begrüßt wird das klare Bekenntnis von Bundesministerin Gehrer zur Leistung in der Schule. Diese soll Vorbereitung auf das Wirtschafts-und Arbeitsleben sein, ein positives Leistungsklima und nachhaltige Leistungserbringung haben für beide Bereiche Gültigkeit. "Die Wirtschaft steht mit ihrer Expertise jedenfalls für den Reformdialog Bildung bereit und wird konstruktiv an Vorschlägen zur Verbesserung des Standortfaktors Bildung in Österreich mitarbeiten." betont Mitterlehner. (Ne)

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