Caritas: "Armut macht kalt - das Gruft-Winterpaket wärmt"

Adi Hirschal wirbt als "Anziehpuppe" um Geld für Obdachlose

Wien (OTS) - "Wir brauchen Menschen mit Engagement und Offenheit, damit wir jenen helfen können, die in einer Lebenskrise stehen", ist Caritasdirektor Michael Landau von der Bereitschaft des vielseitigen Künstlers Adi Hirschal beeindruckt. Adi Hirschal wirbt als "Anziehpuppe" um Beiträge "ab 10 Euro" für "Winter-Pakete" der Gruft. PSK 7.700.004, Kennwort "Gruft".

Kostenlos per Feibra in Wiener Haushalte gebracht, in Anzeigen und Briefen, steht Hirschal in Boxershorts und Leiberl umgeben von Schal, Anorak, Handschuhen, Hosen u.v.m. und wirbt mit der Botschaft "Armut macht kalt - das Gruft-Winterpaket wärmt". Adi Hirschal sieht sein Engagement dabei äußerst pragmatisch: "Oft ist es wirklich einfach, Menschen zu helfen - wenn mein Engagement dazu beitragen kann, dass Betroffene nicht frieren müssen, so hat es sich gelohnt."

Mut machen, Selbstwert geben

"Es gibt keine genauen Zahlen, wie viele Menschen bei Minusgraden im Freien übernachten, weil sie keine Wohnung haben," berichtet Caritasdirektor Michael Landau. Die Schätzungen der Fachleute schwanken zwischen 500 und 800 Menschen. Für viele von diesen ist die "Gruft" unter der Mariahilferkirche ein Ort der Hoffnung. Mit der "Winterhilfe" von Adi Hirschal hofft die Caritas vielen von diesen Menschen helfen zu können. "Die Frage, wie eine Gesellschaft mit den Ärmsten umgeht, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Gesellschaft selbst," meint Hirschal. Da geht es auch um die Botschaft "du bist wertvoll, darfst dir auch selbst etwas wert sein", so Landau. Deshalb soll mit dem Erlös dieser Aktion auch bewusst neue Kleidung finanziert werden. "Viele Menschen, denen die SozialarbeiterInnen der Gruft z.B. bei ihrem Nachtstreetwork begegnen, haben den Mut verloren, ihr Selbstwertgefühl. Da ist es oft ein langer Weg bis zu dem Punkt, an dem Unterstützung und Begleitung angenommen werden können," weiß Landau aus dem täglichen Alltag der Gruft zu berichten.

Die Gruft - eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art

1986 war die Geburtsstunde der Gruft. Aus der Adventaktion von SchülerInnen des Amerlinggymnasiums mit dem damaligen Pfarrer von Mariahilf wurde zuerst ein Tageszentrum für wohnungslose Menschen. Seit zehn Jahren ist der Raum unter der Mariahilferkirche auch in der Nacht für wohnungslose Menschen offen. Im Winter sind es oft 120 und mehr Frauen und Männer, die hier die Nacht verbringen. Dreimal am Tag gibt es hier Essen gratis. 65.331 Mahlzeiten sind im Jahr 2003 ausgegeben worden und die Statistik für das laufende Jahr lässt eine Steigerung von über zehn Prozent erwarten.

"Wer hierher kommt, der oder die hat zuerst einmal die Möglichkeit, sich aufzuwärmen. Die Gruft, das ist ein Ort, an dem zu allererst einmal ein Platz ist, von dem man nicht vertrieben wird, ein Ort, an dem man nicht schräg angeschaut wird," weiß Martina Pint, die Leiterin der Gruft. Fünf SozialarbeiterInnen im Team mit insgesamt 18 MitarbeiterInnen betreuen Frauen und Männer, die keine Wohnung, keine Arbeit haben, und versuchen bei der Entwicklung neuer Lebensperspektiven zu unterstützen.

Wer auf der Straße lebt, hat keine Dusche, keine Waschmaschine. In der Gruft wird beides angeboten. In der Kleiderkammer gibt es immer -der Jahreszeit entsprechend - gratis Schuhe und Kleidung.

Benefizkonzert am 23.12. um 20 Uhr

Mit einem Benefizkonzert am 23.12. um 20 Uhr im Salvatorsaal der Pfarre Mariahilf will Adi Hirschal diese besondere Weihnachtsaktion abschließen. "Ich hoffe auf viele Menschen, die sich kurz bewusst machen, dass keiner davor sicher ist, nicht auch einmal persönlich abzustürzen. Hinschauen, die Hand ausstrecken, Mut machen, das alles kann durch eine Spende für diese Aktion ausgedrückt werden!"

ORF-Sendung "Thema" berichtet am 6.12. über Nachtstreetwork der Gruft

Ein Programmhinweis: Für die ORF-Sendung "Thema" ist am 6. Dezember um 21.05 Uhr ein Bericht über das "Nachtstreetwork" der Gruft geplant. Andrea Puschl hat die Sozialarbeiterin Susanne Peter bei ihrer Tour durch das nächtliche Wien begleitet und mit obdachlosen Menschen in Parks, auf der Donauinsel, auf Bahnhöfen und in öffentlichen Toiletten gesprochen.

Spenden für die "Winter-Pakete" der Gruft: PSK 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort "Gruft"

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01-87812-223, 0664-8294411, bmorawetz@caritas-wien.at

Harald Schenk, hps communications consulting, 0664-1607599, 01-2083864

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