ÖVP Wien sieht sich in der Frage einer frühzeitigen Sprachintegration bestätigt

Wien (VP-Klub) - "Die schlechten Ergebnisse der PISA 2 Studie belegen, dass der internationale Trend einer frühzeitigen Sprachförderung der einzig richtige Weg ist", betont der ÖVP Wien Bildungssprecher, LAbg. Walter Strobl. Spätestens im letzten Kindergartenjahr vor dem Schuleintritt solle daher ein Vorschulprogramm die Kinder auf den Schuleintritt vorbereiten. Dies würde in Wien bei dem hohen Ausländeranteil eine deutliche Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit bereits in der ersten Klasse Volksschule bringen.

Strobl warnte vor einer vordergründigen politischen Schlammschlacht um PISA 2. Man brauche zu einer seriösen Analyse jetzt "mehr Hirn und weniger Bauch". Wichtig sei dabei eine Zusammenschau aller Bildungswirkungen. Das könne und solle die schlechten Ergebnisse nicht verniedlichen. Aber, genau genommen, seien wir bei PISA 1 bereits nicht wirklich besser gewesen als jetzt bei PISA 2. Die Streubreite habe damals schon bis zum 19. Platz gereicht. Der Triumph bei PISA 1, vor den Deutschen zu liegen, habe so manchen "Experten" blind gemacht für die wahren Daten.

Wichtige Maßnahmen von Gehrer nach PISA 1 gesetzt

"Die ersten Maßnahmen aus den Überlegungen nach PISA 1 sind von BM Gehrer vollkommen richtig gesetzt worden. Dazu zählen die Aktion ’Lese-Fit’ und die Einführung von Leistungsstandards. Deren Wirkung wird allerdings erst in einigen Jahren zu bemerken sein", so Strobl. Die Reduktion der Diskussion auf Lesen oder Mathematik sei sicher der falsche Weg. Auch die bekannten Zwangsbeglückungstrategien durch Gesamtschuldebatten werden nicht hilfreich sein. Alle derartigen Schulversuche seien in Wien bisher gescheitert.

Dennoch plädiert Strobl für eine tabulose Schulorganisationsdiskussion. Die ÖVP Wien habe mit der Kooperativen Mittelschule (KMS), einer Kooperationsform der Hauptschule mit weiterführenden Höheren und mittleren Schulen, bereits ein sehr erfolgreiches neues Modell für den Ballungsraum vorgestellt. Das werde nun verstärkt bis hin zur Frage einer Mittleren Reife mit 16 Jahren diskutieren werden müssen, betont der ÖVP-Bildungssprecher.

Bildungswirkungen in Diskussion miteinbeziehen

"Die Ergebnisse bei PISA 2 stellen jedenfalls keine Bildungskatastrophe dar. Bildungswirkungen sind gesamtgesellschaftlich zu sehen. Dazu gehört auch die Frage der Jugendarbeitslosigkeit im OECD-Vergleich. Finnland, das sonst überall an der Spitze liegt, hat hier mit 42,1% gegenüber Österreich mit 11,8% eine der höchsten Jugendarbeitslosigkeitsraten in der OECD. Wir sind also angehalten, auch die Bildungswirkungen (nicht für die Schule lernen wir) mit zu bedenken", betont Strobl. Schwachstellen seien genau zu analysieren und durch eine gesellschaftliche Zusammenschau (nicht nur die Schule allein trägt Verantwortung) zu ergänzen. Die Schulpartner seien gefordert, sich auch verantwortlich zu zeigen und nicht nur gute Ratschlägen einzubringen. Eine frühzeitige Sprachschulung bzw. Erfassung von Entwicklungsdefiziten werde international immer bedeutender. Das letzte Kindergartenjahr gratis anzubieten bleibe daher eine wichtige Forderung für Wien.

"Schonungslose Fragen zur Didaktik (auch in der Lehrerbildung) -werden ein zentrales Anliegen der Analysen sein müssen. In fast allen Ländern, die bei PISA an der Spitze liegen, herrscht relativ starker Frontalunterricht. Wir werden daher auch die verschiedenen Unterrichtsformen genauer analysieren und auf ihre Effizienz hin deutlicher untersuchen müssen. Die kommenden Leistungsstandards werden dabei ein wichtige Rolle spielen Die Effizienz des österreichischen Lehrereinsatzes ist zu prüfen - wir haben im OECD-Vergleich nahezu die meisten Lehrer im Schulwesen und außerdem viel mehr Geldmittel zur Verfügung als Länder, die deutlich besser sind als Österreich. Diese Frage ist vor allem unter dem Gesichtspunkt zu diskutieren, dass z.B. Wien fast 25% aller Pflichtschullehrer in irgendwelchen Sonderverwendungen im Einsatz hat und die Klassenschülerzahlen dadurch explodieren", kritisiert Strobl abschließend.

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