Haupt: Vereinheitlichung von Sozialbetreuungsberufen ist "großer sozialpolitischer Schritt"

Sozialminister und Landeshauptleute unterzeichneten heute in Wien 15a-Vereinbarung zu Sozialbetreuungsberufen

Wien (BMSG/OTS) - Im Rahmen der heute im Wiener Rathaus stattfindenden Landeshauptleutekonferenz wurde die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern gemäß Art. 15a B-VG über die Vereinheitlichung von Sozialbetreuungsberufen unterzeichnet. Sozialminister Mag. Herbert Haupt: "Uns ist es mit dem heutigen Tag endlich gelungen, dieses wichtige Berufsbild unter allen Bundesländern zu vereinheitlichen und damit auch dem Beruf eine bundesweite Anerkennung zu geben. Mit der heutigen Unterzeichnung wurde ein großer sozialpolitischer Schritt getan, da die Vereinbarung viele wesentliche Verbesserungen im Bereich der Situation der Sozialbetreuungsberufe beinhaltet. Die Berufsbilder und Ausbildungsanforderungen dieser Berufsgruppe waren bisher uneinheitlich und überschneidend geregelt - nunmehr erfolgt eine bundesweite Harmonisierung und Anerkennung, wodurch endlich einheitliche Grundsätze sowohl bei Ausbildung, als auch in den Tätigkeitsbereichen der Sozialbetreuungsberufe geschaffen wurden. Ich habe während der letzten 15 Jahre diesbezüglich heftig mit meinen Amtsvorgängerinnen und Amtsvorgängern verhandelt. Nun endlich ist es uns gelungen, in diesem Bereich Gerechtigkeit herzustellen. Es war mir besonders wichtig, dass jene Menschen, die ihren Beruf der sozialen Betreuung anderer Menschen widmen und dadurch wertvolle Leistungen für die Gesellschaft vollbringen, endlich Rechtssicherheit hinsichtlich ihrer Berufsbilder erhalten. Ganz besonders freut es mich, dass wir die Initiative zu dieser Verbesserung hatten, und wir mit den Ländern nunmehr unseren Weg des sozialen Österreichs gemeinsam gehen." ****

Die heute unterzeichnete Vereinbarung verfolgt folgende Ziele:

** Schaffung eines modularen Ausbildungssystems
** Harmonisierung der Berufsbilder und Berufsbezeichnungen
** Einheitliche Ausbildungsstandards in ganz Österreich
** Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Berufsgruppen und einheitliche Anerkennung der Ausbildungen
** Leichterer Zugang der Sozialbetreuungsberufe zum Arbeitsmarkt
** Deutliche Qualitätsverbesserung für die betroffenen Klienten und die Mitarbeiter der Berufsgruppen in den Bereichen Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung, Familienarbeit und Altenarbeit
** Förderung der Mobilität der Angehörigen der Sozialbetreuungsberufe am Arbeitsmarkt.

Im Interesse der Durchlässigkeit ist das Ausbildungssystem modular aufgebaut, wodurch die Möglichkeiten des Berufszuganges verbessert werden. Bereits im Beruf tätige Sozialbetreuer/innen können die für den Erwerb eines höheren Ausbildungsniveaus erforderlichen Module auch erst zu einem späteren Zeitpunkt absolvieren. Die Vereinbarung sieht weiters vor, dass eine rasche und formlose Anerkennung der Berufsausbildung wechselseitig verpflichtend ist. Der Bund verpflichtet sich, die erforderlichen Anpassungen im Gesundheits- und Krankenpflegerecht sowie im Ärzterecht zu treffen. Die Vertragsparteien sollen durch die Vereinbarung nur insoweit gebunden werden, als dies im Hinblick auf deren Zielsetzungen erforderlich ist. Die Vereinbarung beschränkt sich daher im Wesentlichen auf die Festlegung von Grundsätzen, im Übrigen unterliegen die Vertragsparteien keinerlei Beschränkungen (z.B. Genehmigung der Ausbildungsstätten, Zertifizierung von Personen und dergleichen).

In regelmäßigen Abständen und nach einheitlichen Methoden soll evaluiert werden, ob die Inhalte der jeweiligen Berufsausbildungen den Anforderungen der Praxis entsprechen.

Die Sozialbetreuungsberufe werden gemäß der Vereinbarung in drei Qualifikationsniveaus gegliedert:

1. Helfer/innen-Niveau (Heimhelfer/innen mit 200 Unterrichtseinheiten Theorie und 200 Stunden Praxis)
2. Fachniveau (Fach-Sozialbetreuer/innen mit 1.200 Unterrichtseinheiten Theorie und 1.200 Stunden Praxis)
3. Diplomniveau (Diplom-Sozialbetreuer/innen mit 1.800 Unterrichtseinheiten Theorie und 1.800 Stunden Praxis).

Auf Fach- und Diplomniveau gibt es im Hinblick auf unterschiedliche Zielgruppen und Arbeitsschwerpunkte folgende Spezialisierungen:

1. Altenarbeit ("A")
2. Familienarbeit (nur auf Diplomniveau) ("F")
3. Behindertenarbeit ("BA")
4. Behindertenbegleitung ("BB")

"Bei der Umsetzung dieser Vereinbarung beabsichtigen Bund und Länder, partnerschaftlich vorzugehen. Nach der heute erfolgten Unterfertigung muss die Vereinbarung von Bund und Ländern ratifiziert und innerhalb von 2 Jahren nach dem Inkrafttreten umgesetzt werden. Ich bin stolz auf diese Vereinbarung und freue mich ganz besonders, dass in diesen so wichtigen Bereich der Sozialbetreuungsberufe nunmehr noch mehr Qualität und Stabilität eingebracht wird", so Sozialminister Haupt abschließend. (Schluss) bxf

Rückfragen & Kontakt:

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Generationen und Konsumentenschutz
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Tel.: (++43-1) 71100-6440
gerald.grosz@bmsg.gv.at
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