Platter: Jetzt sind die Gerichte am Zug

Tagesbefehl weist Kommandanten auf Wichtigkeit der Dienstaufsicht hin

Wien (OTS) - Heute, Montag, wurde der von der Untersuchungskommission fertig gestellte Bericht zu den Übergriffen in Freistadt an die zuständige Staatsanwaltschaft übermittelt. Gleichzeitig prüft auch die unabhängige militärische Disziplinarkommission den Sachverhalt und das weitere Vorgehen. "Jetzt sind die unabhängige Disziplinarkommission, die Staatsanwaltschaft und die Gerichte am Zug", sagte Verteidigungsminister Günther Platter.

Rund 400 Personen haben seit vergangenem Freitag die Hotline der parlamentarischen Bundesheer-Beschwerdekommission kontaktiert. Die am Wochenende eingerichtete und von Psychologen betreute Hotline des Bundesheeres wurde von ca. 200 Personen genutzt. "Ein Großteil der im Bundesheer eingegangenen Anrufe diente dazu, der Entrüstung um die Vorfälle in Freistadt Ausdruck zu verleihen, was allzu verständlich ist", so Platter. "14 Anrufe bezogen sich konkret auf die Übung in Freistadt." Nach erster Durchsicht gebe es keine Beschwerden, die auf Übergriffe ähnlich derer in Freistadt hinweisen würden. "Wir werden aber jedem einzelnen Fall im Detail nachgehen", so Platter. Er könne dennoch nicht ausschließen, dass sich ähnliche Vorfälle andernorts in Österreich zugetragen haben könnten.

Platter stellte nochmals klar, dass inszenierte Geiselnahmen im Ausbildungsplan der Rekruten explizit nicht vorgesehen sind und im krassen Widerspruch zu den geltenden Richtlinien und Sicherheitsbestimmungen für die Ausbildung der Grundwehrdiener stehen. Darüber hinaus wies der Verteidigungsminister darauf hin, dass Ausbildung und Qualifikation der Ausbilder laufend evaluiert und verbessert werden.

Platter warnte nochmals vor einer generellen Vorverurteilung der Soldaten des Bundesheeres: "Wir haben hervorragende Ausbilder. Deren Arbeit darf nicht durch ein paar schwarze Schafe in Verruf kommen." In einem Tagesbefehl brachte Platter heute all jenen Soldaten, die täglich in ihrem Bereich Großartiges leisten, sein Vertrauen und sein uneingeschränktes Lob zum Ausdruck. Zugleich ordnete Platter an, künftig der Dienstaufsicht noch höheres Augenmerk zu schenken.

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