Neues Wirtschafts- und Finanzmanagement für Kärntens Gemeindebedienstete

LR Rohr startet Qualitätsoffensive in der Ausbildung

Klagenfurt (LPD) - Für den Bereich der Gemeindebediensteten mit Ausnahme der Statutarstädte Klagenfurt und Villach gab es bisher keine einheitlichen Regelungen für die Grundausbildung. Der Ausbildungsstoff war außerdem bisher von einer starken Dominanz der juristischen Fächer geprägt. Es fehlten Ansätze für die Vermittlung von wirtschaftlichem Grundwissen wie öffentliche Finanzwirtschaft oder Betriebswirtschaftslehre. Nun hat Gemeindereferent LR Reinhart Rohr ein neues und österreichweit einzigartiges Ausbildungssystem erarbeitet, dass er heute, Montag, gemeinsam mit der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten präsentierte.

Das starke Ansteigen neuer Aufgaben in den Gemeinden machte eine Änderung des beruflichen Ausbildungs- und Prüfungswesens notwendig. Die Ausbildung, die mit der Dienstprüfung abschließt, wird in einen Einführungslehrgang (30 Stunden) und in eine Grundausbildung (50 Stunden) geteilt. Vermittelt werden kompetenzsteigernde Inhalte wie etwa "Arbeiten im Team", "Kommunikation und Gesprächsführung" und "Kundenbewusstes Arbeiten" sowie betriebswirtschaftlich orientierte Inhalte wie "Controlling" und "Betriebswirtschaft in öffentlichen Verwaltungen mit dem Schwerpunkt Non-Profit-Bereich", sagte Rohr.

Der Einführungslehrgang, der im ersten Jahr des Dienstverhältnisses zu einer Gemeinde stattfinden wird, soll zu einem homogenen Grundwissensstand der beruflichen Einsteiger im Gemeindebereich führen. In einer zweiten Stufe erfolgt im Rahmen der Grundausbildung die Hinführung zur Dienstprüfung. Dabei geht es um Schwerpunkte, wie die Hebung der Wettbewerbsfähigkeit der Gemeindeverwaltungen und damit verbunden eine höhere Zufriedenheit der Bürger. Weiters um wirtschaftliches Denken, welches zu mehr Kostenbewusstsein führt und die Voraussetzung neuer Managementinstrumente wie Leistungskennzahlen, Controlling und dezentrale Ressourcenverantwortung bildet.

Flankierend dazu erfolgt die verstärkte Vermittlung von sozialen und handlungsorientierten Kompetenzen, insbesondere die projektorientierte Teamarbeit und Kooperationsfähigkeit sowie Kommunikation und Gesprächstraining. Ziel ist die Erhöhung der Motivation und Integration der Mitarbeiter sowie mehr Flexibilität in den Arbeitsabläufen, betonte Rohr.

Die Qualitätsoffensive in der Ausbildung der Gemeindemitarbeiter ist Teil des Regierungsprogramms, so Rohr, und eingebettet in Maßnahmen des Gemeindereferenten für die Kärntner Kommunen wie Steuer- und Versicherungscheck, Benchmarking für den Gebührenhaushalt und Wirtschaftsanalysen.

Franz Liposchek, Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, und Sekretär Gernot Wenzel zeigte sich sehr zufrieden über das neue Ausbildungsmodell, das gemeinsam mit den Sozialpartnern von der Gemeindeabteilung des Landes erarbeitet wurde. Organisiert und finanziert (600 Euro pro Teilnehmer) werden die Kurse von der Gewerkschaft, die Ausbildung erfolgt über die Kärntner Verwaltungsakademie. Derzeit beschäftigen die 132 Kärntner Gemeinden 7.000 Mitarbeiter. Franz Sturm, Vorstand der Gemeindeabteilung des Landes, sieht in der neuen Ausbildung eine enorme Qualitätssteigerung. Damit bleibe den Gemeindemitarbeitern bei einer Überprüfung ihrer Fähigkeiten ein ähnliches Ergebnis erspart, wie es derzeit bei den Schülern im Rahmen der PISA-Studie der Fall sei. Die Ausbildungsvorschriften in Kärnten auf Gemeindeebene sind derzeit die modernsten in Österreich, sagte Rohr.
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