PISA: Schülerunion verlangt Maßnahmen

Nach dem Ergebnis muss unverzüglich gehandelt werden

Wien (OTS) - "Während es die Politiker immer noch wichtig finden, einen Sündenbock für das PISA Ergebnis zu finden, gibt es von Seiten der Schüler schon lange konkrete Vorschläge zur Verbesserung", meint Jürgen Stöttinger, Bundesobmann der Schülerunion. Die Schülerorganisation fordert zum Beispiel eine umfassende Ausweitung sowohl der individuellen Förderung von Schülern, als auch der Lehrerfort- und Ausbildung. Es muss jetzt das Ziel aller sein, so rasch wie möglich die richtigen Schritte nachhaltig zu setzen.

Das heute veröffentlichte Ergebnis der PISA Studie ist auf jeden Fall bedenklich. Von Seiten des Bildungsministeriums gibt es zwar immer wieder Vorschläge, wie das Österreichische Bildungssystem verbessert werden könnte, allerdings scheitern die Projekte meist an der nachhaltigen Umsetzung. "Jetzt kommt es darauf an, richtig zu handeln und nicht bloß Schuldige zu suchen", findet Jürgen Stöttinger. Eine umfassende Feedbackkultur an Schulen ist Grundvoraussetzung, um Fehler im Schulbetrieb aufzudecken und soll als Grundlage für zukünftige Verbesserungen dienen. Schülerinnen und Schüler brauchen mehr Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht. Speziell in die öffentlichen Debatten rundum das Bildungssystem gehört den Schülern mehr Gehör geschenkt, schließlich sind sie diejenigen, die die Bildung in Österreich hautnah miterleben und die Stärken und Schwächen am Besten beurteilen können.

Individuelle Förderung in den Mittelpunkt stellen

Die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern muss ab sofort im Mittelpunkt stehen. Es muss bereits für das kommende Schuljahr die gesetzliche Basis für Nachmittagsbetreuungsplätze geschaffen werden, bei denen die Schülerinnen und Schüler durch qualifiziertes Personal betreut und die freiwillig genutzt werden können. In den Nachmittagstunden können die Lehrerinnen und Lehrer dann auf spezielle Stärken und Schwächen der Schüler eingehen. Auch die Begabtenförderung muss verstärkt werden. Auf längere Sicht gehört den Schülerinnen und Schülern mehr Raum für die Ausprägung ihrer individuellen Neigungen und Interessen gegeben werden. Dies soll geschehen in Form eines Modulsystems, bei dem die Schülerinnen und Schüler ihre Vertiefungsgegenstände frei wählen können.

Sprach- und Lesefertigkeit wichtigste Schlüsselqualifikation

"Viele Probleme zu Beginn der Schullaufbahn ergeben sich daraus, dass Schulanfänger nicht Deutsch sprechen oder verstehen können", erkennt Astrid Maier, Pressesprecherin der Schülerunion. Frühförderung für Kinder mit sprachlichen Defiziten muss bereits bevor die Kinder in die Schule kommen angeboten werden. "Jedes Kind muss die gleichen Möglichkeiten haben, den Lehrstoff zu verstehen. Das Beherrschen der Sprache ist eines der wichtigsten Kriterien um hier Chancengleichheit zu garantieren zu können", so Stöttinger. Zusätzliche Fördermaßnahmen müssen die Schüler mit Lese- oder Sprachschwierigkeiten das ganze Schuljahr hindurch begleiten. Gerade die Lesekompetenzen müssen von den Lehrern sowohl in der Volkschule als auch in der Hauptschule bzw. Unterstufe der Gymnasien gefördert und regelmäßig überprüft werden.

Lehrer brauchen mehr Aus- und Fortbildung

"Qualitativ hochwertige und vor allem sinnvolle Lehrerfort- und Ausbildung muss mehr als nur ein erklärtes Ziel Gehrer’s sein. Dieses Ziel muss umgesetzt werden", unterstreicht Stöttinger die Wichtigkeit der verstärkten Lehrerfort- und Ausbildung. Er freut sich zwar, dass von Seiten des Bildungsministeriums immer wieder durchaus sinnvolle Vorschläge zur Verbesserung des Schulsystems kommen, doch will er nun endlich Ergebnisse sehen. "Was passiert mit den Lösungsvorschlägen der Zukunftskommission?", möchte der Obmann der Schülerunion wissen und hofft, dass die PISA Studie den nötigen Anstoß zur raschen Umsetzung der Vorschläge bringt, schließlich wirken sich Änderungen im Bereich der Volkschule erst im Jahr 2015 auf die Resultate von PISA aus. Auch wenn die Ergebnisse der Studie nicht erfreulich sind, darf nicht zur Gänze auf die positiven Aspekte des Schulsystems vergessen werden, schließt Stöttinger.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Schülerunion
Jürgen Stöttinger, Bundesobmann, Tel.:0699 140 120 60,
mailto: juergen.stoettinger@schuelerunion.at
Astrid Maier, Pressesprecherin, Tel.:0699 140 120 44,
mailto: astrid.maier@schuelerunion.at

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