"Neues Volksblatt" Kommentar: "Pisa-Ball" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 6. Dezember 2004

Linz (OTS) - =

Dieser Kommentar müsste eigentlich auf einer
Sportseite unserer Zeitung stehen. Denn die PISA-Studie wurde zu einem "Ball", der munter von einem zum anderen geschossen wird. Dieses "Ballspiel" ersetzt die sachliche Beschäftigung mit den Ergebnissen der Studie. Da ist die Opposition, die den erwähnten "Ball" reflexartig der Bundesregierung und im Besonderen Bildungsministerin Gehrer zugespielt hat. Von mancher Seite wiederum wird der "Ball" zu den Lehrerinnen und Lehrern gespielt, die versagt hätten. Was die Pädagogen wiederum mit dem Verweis auf die Eltern beantworten - und schon fliegt der "Ball" hurtig zu den Vätern und Müttern weiter. Und dann sind da noch Fernsehen, Computer und Internet als weitere "Anspielstationen".
Was unterm Strich bleibt, ist der kollektive Eindruck, Österreichs Buben und Mädchen seien binnen kurzer Zeit zu einer Generation von Analphabeten und mentalen Pygmäen verkommen. Vor lauter Bestreben, den "Ball der Verantwortung" möglichst nicht selbst behalten zu müssen, wird - um im Sportlerjargon zu bleiben - die Diskussion um die PISA-Studie zum bildungspolitischen "Eigentor".

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001