Lichtenberger: Grüne gegen Fingerabdrücke in EU-Reisepässen

Europäische Kommission muss Vorschlag radikal überarbeiten

Wien (OTS) Die Europäischen Grünen haben heute im Europäischen Parlament gegen einen Vorschlag gestimmt, der die Einführung neuer europäischer Reisepässe mit zwei biometrischen Identifizierungsmerkmalen - Gesichtszüge und Fingerabdrücke -vorsieht. "Die neuen Vorschriften würden Datenschutzrechte verletzen ohne eine echte Verbesserung der Sicherheit zu bringen", kritisiert die Europaabgeordnete der Grünen, Eva Lichtenberger.
Der Vorschlag sieht die Integration eines Chips in EU-Reisepässe vor, auf dem die Gesichtszüge und die Fingerabdrücke des Inhabers gespeichert sind.

Die Grünen halten die heutige Zustimmung des Parlaments zum biometrischen Reisepass für voreilig. Es ist keineswegs klar, ob der Einschluss von Fingerabdrücken in den EU-Reisepass wirklich einen Sicherheitsgewinn bringt. "Im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger sind Fingerabdrücke noch immer mit 'Verbrecher' assoziiert. Das Europäische Parlament sollte respektieren, dass die Europäerinnen und Europäer nicht als Verbrecher behandelt werden wollen", so Lichtenberger.

Die technischen Unsicherheiten und die Missbrauchsmöglichkeiten des vorgeschlagenen Systems sind riesig, viele Probleme noch immer ungelöst. "Der Vorschlag greift extrem in die Bürgerrechte und den Datenschutz ein. Sogar die USA, auf deren Druck die EU-Kommission den Vorschlag ausgearbeitet hat, begnügen sich mit dem Einschluss der Gesichtszüge in die Reisepässe ihrer Bürgerinnen und Bürger. Europa hat keine Notwendigkeit hier über das Ziel hinauszuschießen. Die Europäische Kommission sollte ihren Vorschlag noch einmal radikal überarbeiten", fordert Eva Lichtenberger.

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