Wirtschaftsverband Wien (SPÖ): JungunternehmerInnen - Wirtschaftskammer ist gefordert!

Jede zweite GründerIn scheitert in den ersten Jahren der Selbständigkeit

Wien (OTS) - "In den letzten zehn Jahren wurden 55.643 Unternehmen in Wien gegründet. 55.643 Frauen und Männer haben Risikobereitschaft gezeigt und ihren Traum von der Selbständigkeit Realität werden lassen. Mehr als die Hälfte von ihnen scheiterte bereits in den ersten Jahren der Selbständigkeit", so Katharina Schinner, Vize-Präsidentin des Wirtschaftsverbandes Wien und Vorsitzende der Jungen Generation für Wirtschaft und Arbeit im Wirtschaftsverband Wien.

"Das ist Grund genug für den Wirtschaftsverband Wien optimale Starthilfen und Serviceleistungen für GründerInnen zu fordern. Die Wirtschaftskammer Wien bietet Informationen an, aber viele Aspekte gehen an der Realität vorbei, sind zu theoretisch und nützen den GründerInnen kaum", so die 25-jährige Jungunternehmerin.

Ein wesentliches Element der Forderungen des Wirtschaftsverbandes ist das GründerInnen-Coaching, eine öffentlich finanzierten Unterstützung in den ersten drei Jahren der Selbständigkeit. Dadurch könnten Insolvenzen wegen betriebswirtschaftlicher oder sonstiger Fehleinschätzungen vermieden werden. Weiterer Bestandteil ihrer Forderungen ist ein Mentoringsystem bestehend aus einem Drei-Phasen-Modell:

  • Vorbereitungsphase: Beratung bei der realistischen Verwirklichung von der Idee bis hin zur konkreten Umsetzung
  • Umsetzungsphase: Intensive Begleitung im ersten Jahr
  • UnternehmerInnenphase: periodische Begleitung während der weiteren zwei Jahre

"GründerInnen müssen nicht dieselben Fehler wie ihre erfahrenen KollegInnen machen. Sie brauchen unabhängige SpezialistInnen, um die eigene Entscheidung zu überprüfen, zu relativieren und eine Idee auf ihre Realisierbarkeit abzuwägen. Damit dieses System aber auch funktioniert, muss die Wirtschaftskammer sich verstärkt diesem Thema annehmen. Damit meine ich, dass es konkrete und speziell geschulte AnsprechpartnerInnen geben muss, die als MentorInnen für die GründerInnen arbeiten und gemeinsam an der Umsetzung zum Beispiel des Businessplanes mitwirken. Bislang vermisse ich den politischen Willen in der Wirtschaftskammer Wien ein verbessertes Service für die JungunternehmerInnen anzubieten. Es muss auch in der Wirtschaftskammer Wien alles rascher und flexibler werden, denn gerade in der heiklen Startphase muss man schnelle und richtige Entscheidungen treffen", so Schinner.

Im internationalen Vergleich belegt Österreich laut Kreditschutzverband den dritten Platz der höchsten Insolvenzraten, vor Österreich liegen nur noch Ungarn und die Slowakei. "Das Ziel einer erfolgreichen und zukunftsorientierten Wirtschaftspolitik muss es sein, Österreich unter den Top 5 aller Industriestaaten mit den geringsten Insolvenzen wieder zu finden", schloss Schinner.

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