WWF-Umweltranking verweist auf Problematik von Großwasserkaft

Hainburg, China und Türkei - Konfliktherde am Strom

Wien (OTS) - "Die Verbund-Gesellschaft kann nicht die Augen davor verschließen, dass Großwasserkraftwerke große Umweltprobleme verursachen", Stefan Moidl, Energieexperte des WWF. Verwundert ist die Naturschutzorganisation, dass 20 Jahre nach Hainburg der Verbund jegliche Umweltprobleme bei Großwasserkraftwerke negiert. Nicht nur Diskussionen um das Kraftwerk in Hainburg vor zwei Jahrzehnten sondern auch aktuelle Projekte wie der Drei-Schluchten-Damm in China oder der Illisu-Damm in der Türkei verdeutlichen die Umweltprobleme bei Großwasserkraftwerken. "Grossstaudämme haben die Flüsse der Welt fragmentiert und verändert, und globale Schätzungen legen nahe, dass 40-80 Millionen Menschen durch den Bau von Stauseen vertrieben bzw. umgesiedelt wurden", zitiert Stefan Moidl den Bericht der Weltkommission für Staudämme, der mit Unterstützung der Weltbank und über 39 Repräsentanten von Regierungen, internationalen Finanzinstitutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft verfasst wurde. (http://www.dams.org)

Die im Auftrag des WWF durchgeführte Studie (http://www.wwf.at/klima) reihte internationale Energieunternehmen nach dem Anteil umweltfreundlicher Stromproduktion des Unternehmens gemessen. Ecofis, ein renommiertes internationales Energieberatungsunternehmen, führte diese Studie durch. Die Verbundgesellschaft wurde dabei auf Platz 26 der europäischen Energieunternehmen gereiht. Aufgrund der weltweiten Problematik von Großwasserkraft und auch Abfallverbrennung wurden diese Bereiche nicht zum umweltfreundlichen, erneuerbaren Strom gezählt. Berücksichtigt wurden Biomasse, Biogas, Windenergie, Solarstrom, Kleinwasserkraft, etc.

Energieeffizienz ist gefragt!
Im Jahr 2003 ist der Stromverbrauch in Österreich um 3.4 Prozent und damit 3mal mehr als im Durchschnitt der EU angestiegen. Mit ein Grund für diesen enormen Stromverbrauchszuwachs ist, dass Österreich neben Spanien und Schweden zu jenen drei EU-Ländern zählt, die bis jetzt keine bundesweiten Energiesparprogramme eingeführt haben. Dies ist sowohl aus Sicht des Umweltschutzes als auch der Volkswirtschaft unvernünftig, denn Energie ist mittlerweile so wertvoll, dass sich rund 20 Prozent des Energieverbrauchs in Europa mit finanziellem Gewinn einsparen lassen. Der WWF fordert von der Verbundgesellschaft einen endgültigen Ausstieg aus der CO2intensiven Stromproduktion durch Kohle, neue Investitionen in umweltfreundlichen Ökostrom und eine klare Ausrichtung des Konzerns in Richtung Energieeffizienz.

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