Niederwieser zu Gehrer: PISA-Schuldzuweisungen greifen zu kurz

Programm für Vermittlung von Mathematik-Grundkenntnissen nötig

Wien (SK) "Bildungsministerin Gehrer macht es sich zu leicht, wenn sie den Eltern die Mitschuld an den schlechter werdenden Leistungen bei PISA gibt. Sie soll in erster Linie schauen, was sie selbst zum Absturz beigetragen hat", betonte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser. Dabei gehe es ihm gar nicht um Schuld, sondern um Ursachen und deren Beseitigung oder Verbesserung, sagte Niederwieser am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Es sei nicht nachvollziehbar, warum Eltern innerhalb von drei Jahren so viel weniger Zeit für ihre Kinder hätten, wie die Ministerin das beurteilt: Zwar müssten die Menschen für deren Lebensunterhalt immer mehr arbeiten, prekäre, schlecht bezahlte und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse würden sich häufen - aber so rasch und dramatisch könne sich das auf die Schulleistungen nicht niederschlagen, so Niederwieser. "Und wenn das die Ursache wäre, dann müsste Gehrer in erster Linie ein ernstes Wort mit Wirtschaftsminister Bartenstein und Kanzler Schüssel reden, anstatt den Eltern die Schuld an dieser zunehmenden Kälte in der Arbeitswelt zu geben", verlangt Niederwieser.

Die Hauptursache für den Rückfall bei PISA 2003 ist für den SPÖ-Bildungssprecher offensichtlich: "Wenn es stimmt, dass bei den finnischen SchülerInnen nur ein Prozent unterstes Mathematik-Level hat, in Österreich hingegen sechs Prozent und die Zahl der Kinder mit sehr schlechten Ergebnissen um 50 Prozent gestiegen ist, dann dürfen Fördermaßnahmen nicht gestrichen und gekürzt, sondern müssen konsequent ausgebaut werden", fordert Niederwieser. "Wir brauchen Programme, die allen Kindern die Grundkenntnisse in Mathematik vermitteln. Das erfordert auch eine neue Didaktik. Zarte Pflänzchen, wie das Mathspace in Wien oder das Projekt IMST, brauchen jetzt eine massive Unterstützung, weil sie an sich genau der richtige Weg wären", so der SPÖ-Abgeordnete.

Für Niederwieser ist entscheidend, jetzt rasch und ohne Scheuklappen an einer Gegenstrategie zu arbeiten: "Wenn der SPÖ nachvollziehbare Ursachen zugewiesen werden, dann werden wir uns ernsthaft damit beschäftigen. Wir haben ein neues, in die Zukunft weisendes Bildungsprogramm verabschiedet, das in wichtigen Bereichen von alten Dogmen weg geführt hat. Mir ist nicht bekannt, dass außer in Teilen der Steiermark ähnliches bei der Regierungspartei ÖVP passiert wäre. So gesehen hat Gehrer mit den beharrenden Kräften natürlich Recht und weiß auch wovon sie spricht. Sie trifft sie ja ständig in Regierung und VP-Parteivorstand", schloss Niederwieser. (Schluss) ns/mm

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